Metadaten : Dritter Band (3)

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Vio  m  Tode.
aus  der  oben  (§.  630,  B)  gegebenen  übersicht  der  wahrscheinlichen
und  mittleren  Lebensdauer  in  Genf,  daß  daselbst  die  Sterblichkeit
auch  im  hohen  Alter,  nur  nicht  im  höchsten  (vom  95sten  Jahre
an)  jetzt  geringer  ist  als  im  vorigen  Jahrhunderte;  in  Stuttgart
hingegen  ist  sie  auch  bis  in  das  höchste  Alter  vermindert,  indem
nach  Schübler  (Nr.  394.  S.  7)  die  relative  Sterblichkeit,  sich
folgendermaaßen  verhielt:
1762—1790  1790—1805  1803—1811  1812—1827
24,8
223.
221
vom  60sten  bis  70sten  Jahre  22,4
137
14/
70=  —  80  =  —  13,4
14,1
10/6
10,9
80=  —  90  -  —  10,6
11.5
86
90
10,2
11,3.
90  —  100  Wenn -
  aber  das  Leben  in  seinem  ganzen  Verlaufe  jetzt  mehr  gesichert ¬
  ist  als  vormahls,  so  erkennen  wir  darin  die  Wirkung  der
Fortschritte,  welche  die  Heilkunst  in  den  neueren  Zeiten  gemacht
hat,  noch  mehr  aber  die  Wirkung  einer  allgemeineren  Verbreitung
der  Aufklärung,  einer  verständigeren  und  naturgemäßeren  Einrichtung ¬
  der  Lebensweise,  einer  Erhöhung  der  Betriebsamkeit  und  dadurch ¬
  auch  der  geistigen  Regsamkeit,  so  wie  der  Sittlichkeit.  Meslier ¬
  (Nr.  423.  XVII.  p.  459  sqq.)  hat  nachgewiesen,  daß  in  den
verschiedenen  Departements  von  Frankreich  die  Sterblichkeit  um  so
geringer  ist,  je  mehr  für  den  öffentlichen  Unterricht  gesorgt  ist,  und
umgekehrt.
§.  632.  Untersuchen  wir  nun  den  Einfluß  der  Gattung  auf
die  Lebensdauer  der  Individuen,  so  erkennen  wir  a)  es  überhaupt
an,  daß,  je  mehr  in  einem  Individuum  der  Charakter  seiner  Gattung ¬
  ausgeprägt  ist,  dasselbe  auch  um  so  eher  die  normale  Lebensdauer ¬
  erreicht,  da  eben  diese  mit  zum  Charakter  gehört.  Die  mittlere ¬
  Größe,  der  proportionirte  Bau,  die  gute  Brust,  der  starke
Magen,  der  kräftige  Puls  u.  s.  w.  begründen  eben  nur  insofern
die  Anwartschaft  auf  ein  hohes  Alter,  als  sie  der  Ausdruck  einer
normalen  Entwickelung  des  Gattungscharakters  sind.  Wie  Riesen
und  Zwerge  nur  eine  kurze  Lebensdauer  haben,  aber  jene  älter  werden ¬
  als  diese,  so  ist  auch  ein  gleiches  Verhältniß  bei  ungewöhnlicher
Stärke  und  Schwäche  der  Geisteskraft  zu  bemerken.  Was  aber
den  Gedanken  seiner  Gattung  in  der  Beschränkung  der  Individua¬
            
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