Volltext : Wiesiger, Karl Friedrich: Beantwortung der Fragen: Was ist Wucher? Ist es gut, ihn zu hemmen? Und wodurch kann er gehemmt werden ?

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Anzeige,  wie  diese  Strafe  beschaffen  sein  müsse,  soll
meine  kleine  Abhandlung  beschließen.
Es  ist  nach  der  Natur  der  Sache  am  zweckmaͤßigsten,
jedes  Verbrechen,  sobald  es  möglich  ist,  in  der  Art  zu  bestrafen, =
  daß  der  Verbrecher  nicht  nur  das  nicht  erlangt,
was  er  dadurch  zu  erhalten  suchte,  sondern  daß  ihm
vielmehr  gerade  das  Gegentheil  widerfährt,  weil
ihn  das  am  empfindlichsten  trift,  und  von  ähnlichen
Vergehungen  vorzüglich  zurückhält.  Daher  muß
auch  die  Strafe  der  Wuchrer  nicht  nur  in  dem  Verlust =
  des  durch  den  Wucher  erhaltenen  oder  beabsichtigten =
  Gewinnstes,  sondern  auch  noch  in  einer  Geldbaße =
  bestehen,  welche  etwa  einigemal  so  hoch  als
der  gehabte  widerrechtliche  Gewinn  sein  kann.  Mit
dem  Verlust  des  Capitals  selbst,  oder  einer  Quote
desselben  zu  strafen,  (welches  verschiedene  Gesetze
verfuͤgt  haben)  ist  aus  dem  Grunde  nicht  zu  empfehlen, ¬
  weil  dabei  nicht  darauf  Rücksicht  genommen
wird,  daß  die  Strafe  mit  der  Größe  des  Verbrechens =
  in  Verhaͤltniß  steht;  denn  der  groͤßere  Wucherer =
  wird  dadurch  oft  gelinder  bestraft,  als  der  kleinere, ¬
  wenn  memlich  der  erstere  ein  niedriges,  der
andere  ein  etwas  höheres  Capital  wucherlich  nützt,
dieser  aber  vielleicht  nicht  halb  so  viel  unerlaubte
Procente  als  jener  nimmt.
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