Metadaten : Vitruvius: Vitruuius Des aller namhafftigisten vnnd Hocherfarnesten, Römischen Architecti Marci Vitruuii Pollionis, Zehen Bücher von der Architectur vnd künstlichem Bawen

Von  der  Architectur  /  das  ir.  Cap.
clexrii
art  des  Gebews.  Als  das  Dannen  Holtz  hat  vil  der  Lüfftigen  ma
teri  vnd  des  Fewrs  /  aber  wenig  Yrdischer  vnnd  Wässeriger  materi -
  /  ond  so  mans  zu  andern  leichten  materien  vergleicht  /  ist  es  nicht
schwer  noch  gewichtig  /  Derhalben  es  auß  naturlicher  strecke  pnd

angeborner  Gerade  halbe  /  sich  nit  Krömmen  oder  Biegen  lasset  /
sonder  wo  man  das  Gebelck  von  Dannen  Holtz  /  vnd  was  solcher
art  vnd  gattung  ist  legt  /  lasset  es  sich  nit  bald  biegen  /  sonder  bleibt
allezeit  strack  vund  gerade.  Dieweil  aber  solch  Holtz  ein  werme  in
sich  hat  /  so  wachsen  die  Würme  gar  bald  darin  /  die  das  Denen  vi
Fichten  Holtz  verzeren  vnd  zerstechen  /  solcher  vrsach  brenet  es  gar
bald  vnd  wird  leichtlichen  anzündet  /  dan  die  weil  solch  Holtz  luck

vnd  lose  /  wird  die  lüfftigkeit  /  welche  die  Fewrflammen  schnel  empfahet -
  /  schnel  entzündet.  Darumb  gibt  dises  Holtz  ein  grosse  Flam
men  /  der  vnderst  stock  des  Dannenbaum  /  so  dem  Boden  am  nechsten -
  eh  dann  es  Behawen  oder  gefellet  wird  /  empfahet  durch  die
Wurtzel  den  Safft  am  nechsten  oberhalb  in  der  Erden  /  hat  derhalb -
  kein  Ast  vnd  wird  geschlacht.  Aber  das  obertheil  so  Hitziger
vnd  in  vil  Est  zerspreitet  auff  20  schuch  hoch  /  nennet  man  von  hartigkeit -
  vn  vil  der  Est  Fusterneam  /  aber  der  vntertheil  vnd  nidriger

Stock  so  er  der  massen  in  Speltling  zerspalten  wird  /  das  man  das
inner  Marck  oder  Kernen  herauß  nemen  /  vnd  zumancherley  Taffelwerck -
  vnd  innerm  Gebew  brauchen  mag  /  wirt  solchs  Sapinea  genant. -
  Aber  das  Eychen  Holtz  hat  gegen  dem  Dannen  Holtz  ein  wi
derwertige  Natur  /  dann  dises  der  yrdischen  vermischung  vil  bey
im  hat  /  aber  Feuchter  /  Lüfftiger  /  vnd  Fewriger  materi  seer  wenig  /
darumb  so  dises  Holtz  vnter  die  Erden  gebraucht  wird  /  mag  es
seer  lange  zeit  weren  /  dann  ob  solches  gleich  wol  von  der  nesse  berürt -
  wird  /  ist  es  doch  also  sat  /  das  es  die  selbig  nicht  in  sich  sauffet  /
sonder  fleucht  vo  der  nesse  vnd  verdicket  sich  /  derhalbe  die  Werck

da  zu  man  solches  Holtz  braucht  reissen  vund  spalten.  Der  Baum
Esculus  /  wiewol  er  in  aller  Elementischen  vermischung  rechtmessig
Temperiert  /  ist  er  vast  nützlichen  zu  mancherley  Gebewen  /  doch  wo
solches  Holtz  an  feuchten  orte  gebraucht  wird  /  nimbt  es  garschnel
die  feuchtigkeit  an  /  und  werde  die  Lüfftig  vnd  Fewrig  materi  daruon -
  auffgetribe  /  vnd  dises  Holtz  also  von  der  feuchtigkeit  verletzet
vnd  hart  beschedigt.  Der  Baum  Cerrus  /  Suber  /  Fagus  /  dieweil
sie  der  Yrdischen  Fewrigen  vnd  Feuchten  Elementischen  materi  /  zu

gleich  vnd  der  Lüfftigen  seer  vil  haben  /  vund  also  der  vrsach  halb
lück  vnd  loß  /  darumb  sie  die  feuchtigkeit  vnd  nesse  schnel  an  sich  ne
men  /  faulen  vnd  vermodren  bald.  Der  schwartz  vnd  weyß  Popel
Baum  /  des  gleichen  die  Weiden  /  Linden  /  vnd  Abrahamsbaum  /  Di
ter  genant  /  der  Fewrigen  vnd  Lüfftigen  materi  ersettigt  /  vund  der

Feuchte
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