Volltext : Practische Erörterungen aus allen Theilen der Rechtsgelehrsamkeit (Bd. 8, Abt. 1)

XVII
Alle  diese  Verhältnisse  mußten  mir  meinen  neuen  Dienst  angenehm ¬
  machen.  Aber  noch  mehr  ward  in  der  Folge  meine  Zufriedenheit ¬
  durch  das  Wohlwollen  und  Vertrauen  erhöht,  womit  mich
das  Staatsministerium  selbst  beglückte.  Dasselbe  trug  mir,  während
meiner  Dienstzeit  als  Hof-  und  Canzleirath,  nicht  nur  die  Abfassung
verschiedener  Gutachten,  sondern  auch  manche  schwierige  Commissionen
auf,  z.  B.  im  Jahr  1790  die  Untersuchung  des  allhier  ausgebrochenen, ¬
  weitgegangenen  Handwerksgesellen-Aufruhrs  und  im  Jahre
1794  die  Untersuchung  und  Beilegung  der  Bauer=Unruhen,  wegen
eigenmächtig  verweigerter  Naturaldienste,  die  ich,  nach  den  mir
darüber  zugegangenen  Rescripten,  zur  Zufriedenheit  des  Ministerii
ausrichtete.  Diesem  höchsten  Landescollegio  verdanke  ich  nicht  nur
meine  fernere  Glücksverbesserung  und  Beförderung,  sondern  auch  die
rtheilung  einer  Lehnsexpectanz  für  meine  Söhne  und  eine  Klosteranwartschaft ¬
  für  meine  älteste  Tochter;  daher  ich  alle  Urfache  habe,
dessen  Wohlwollen  zeitlebens  dankbar  zu  verehren  und  auch  gewiß
verehren  werde.
Im  Jahr  1797  starb  der  Hofr.  Crusen,  der  zugleich  ordentlicher =
  Assessor  im  Celleschen  Hofgerichte  gewesen  war,  auch  die  Direction ¬
  des  hiesigen  Waisenhauses  geführt  hatte.  Auf  mein  Gesuch
ward  ich  von  des  Königs  Majestät,  mit  Beibehaltung  meiner  Stelle
in  der  Justizcanzley,  zum  zweiten  ordentlichen  Hofgerichts-Assessor
ernannt  und  mir,  mit  dem  Herrn  Hofr.  von  Willich,  die  gemeinschaftliche ¬
  Direction  der  Waisenanstalt  anvertraut.  Die  Aufsicht
über  dieses  Institut  ist  eine  meiner  liebsten  Beschäftigungen  gewesen
            
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