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zu gleicher Zeit das Origiual vorgelegt werden kann, und
nur dann gestatten sie eine Ausnahme von dieser Regel, wenn
der Producent darthut, daß der Gegner den Verlust des Originals ¬
bößlicher Weise veranlaßt habe *), und wenn der Producent ¬
selbst den Inhalt der verlohrengegangenen Urkunde auf
keine andere Art erweisen kann **)
Sie beziehen sich in dieser Hinsicht auf eine Stelle der
Decretalen ***), in welcher es heißt:
Si scripturam authenticam (Originale) non videmus,
ad exemplaria (Copieen) nihil facere possumus.
und folgern daraus, daß mithin auch vidimirten Copieen keine
Beweiskraft zugestanden werden könne, wenn nicht das Original ¬
vorhanden sey ****).
Weil jedoch eine andere Stelle in demselben Titel der
Decretalen ) verfügt:
Si instrumenta propter vetustatem, vel propter aliam
justam causam exemplari petantur; coram judice
vel delegato ab eo specialiter praesententur; qui si
ea diligenter inspecta, in nulla sua parte vitiata repererit; ¬
per publicam personam illa praecipiat exemplari, ¬
eandem auctoritatem per hoc cum originalibus ¬
habitara.
so nehmen andere an, daß eine Copie, welche auf die in der
letztgedachten Decretale, förmliche vorgeschriebene Art (woraus ¬
man einen eigenen Exemplificationsproceß +) gebildet hat)
*) Stryck D. de instrumentis amissis. Francof. 1688. 4. Mevius ¬
P. II. Decis. 283. 284. P. III. Decis. 10. P. VII. Dec. 326.
**) Wernher Observat. forens. P. VI. obs. 254. u. a.
***) cap. I. X. (Decretal. II. 22.) de fide instrumentor.
***) Huber Praelect. jur. civ. Tom. III. Libr. XXII. tit. 4.
§. 23. u. a.
*) cap. 16. X. Eod.
1) S. Claproth von freywilligen Gerichtshandlungen. §. 247. fag.