Volltext : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

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ren  Abständen  der  Winkel  an  der  Erde  59°51  9¼4  ist
(§.  71.)
§.  74.  Von  dem  Mond  aus  gesehen  muß  die  Erde
Veränderungen  in  ihren  Lichtgestalten  zeigen,  welche  denjenigen ¬
  ganz  ähnlich  sind,  die  wir  an  dem  Mond  bemerken.
Zur  Zeit  des  Neumonds  (Fig.  22.  n.  1.)  ist  die  ganze  erleuchtete ¬
  Hälfte  ADB  der  Erde  gegen  der  Nachtseite  des
Monds  gekehrt,  und  umgekehrt  verhält  es  sich  zur  Zeit  des
Vollmonds  n.  3,  wo  die  Nachtseite  der  Erde  gegen  die  beleuchtete ¬
  Hälfte  des  Monds  gekehrt  ist.  Zwischen  dem
Neumond  und  dem  ersten  Viertel  in  n.  5.  fällt,
wenn  man  DC  auf  Ee  senkrecht  zieht,  der  Bogen  AC  der
Nachseite  der  Erde  in  die  dem  Mond  zugekehrte  Hälfte
DAC  ihrer  Oberfläche,  welcher  den  Winkel  AEC  oder  den
ihm  gleichen  SEe  mißt.  Man  ziehe  Al  auf  Le  senkrecht
so  ist  Ab  die  halbe  kleine  Axe  der  elliptischen  Lichtgränze
der  Erde,  und  da  ES,  Se,  mithin  auch  AB  und  ab  beynahe
einander  parallel  sind  (§.  71.);  so  ist  das  Axenverhältniß
der  Lichtgränze  des  Monds  und  der  Erde  nahe  dasselbe.
Aber  von  dem  Mond  ist  ein  eben  so  großer  Theil  aa  dunkel, ¬
  als  der  beleuchtete  AD)  der  Erde  beträgt.  Die  gleichzeitigen ¬
  Lichtgestalten  des  Monds  und  der  Erde  sind  also
einander  gerade  entgegengesetzt,  und  wenn  der  Mond  zunimmt; ¬
  so  nimmt  vom  Mond  aus  gesehen  die  Lichtgestalt
der  Erde  ab,  und  umgekehrt.  So  wie  nun  der  Mond
unsere  Nächte  beleuchtet,  eben  so  beleuchtet  die  Erde  die
Nachtseite  des  Monds,  und  zwar  zur  Zeit  des  Neumonds
am  stärksten,  welches  wir  aber  wegen  der  Sonne  nicht  bemerken ¬
  können.  Von  da  an  nimmt  zwar  die  Beleuchtung
des  Monds  durch  die  Erde  ab,  aber  der  Mond  entfernt
sich  von  der  Sonne,  das  schwache  Licht  auf  der  Nachtseite
des  Monds  wird  nach  Untergang  der  Sonne  sichtbar,  und
gegen  dem  dritten  Tag  nach  dem  Neumond  am  merklichsten.
In  der  Mitte  des  Mai  nimmt  der  Mond,  wenn  drey  Tage ¬
  von  Neumond  an  verfloßen  sind,  nahe  denselben  Weg
am  Himmel,  welchen  die  Sonne  im  Sommersolstitium
nimmt  (§.  62.),  und  wenn  er  zugleich  90°  von  seinem
            
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