rung: denn zwei Körper, die ganz verschiedene Eigenschaften ¬
haben, können unmöglich einerlei sein.
Außerdem gibt es einen Versuch, welcher diesen Einwurf ¬
völlig widerlegt. Man fülle eine, mit Quecksilber angefüllte ¬
und auf Quecksilber stehende, Glocke, mit Wasserstoffgas, ¬
bringe einen metallischen Kalk unter dieselbe, und
lasse nachher den Brennpunkt eines Brennglases auf diesen
Kalk fallen: so wird der Kalk hergestellt; sein Gewicht
nimmt ab; der Wasserstoff vereinigt sich mit dem Sauerstoffe, ¬
welcher, während der Herstellung, aus dem Kalke sich
entwickelt; es entsteht eine beträchtliche Menge Wasser;
und die Glocke füllt sich mit Quecksilber an, zum Beweise,
daß das Wasserstoffgas eingesogen worden ist. Das Gewicht ¬
des erhaltenen Wassers beträgt weit mehr, als das
Gewicht des Wasserstoffgas betrug: es kann demzufolge
nicht vorher in demselben enthalten gewesen sein.
Zweitens. Die Zerlegung des Wassers durch
das Eisen ist noch nicht bewiesen.
Antwort. Nach den wiederholten Versuchen, welche
zu Paris und in Holland sind angestellt worden, kann man
wohl an dieser Zerlegung nicht länger zweifeln. Der merkwürdigste ¬
Versuch ist folgender: Man füllte einen, vom
Schafte genommenen, Flintenlauf, mit dickem Eisendrath
an, welcher vorher, unter dem Hammer, war breit geschlagen ¬
worden. Hierauf wurde der Flintenlauf, mit dem Eisendrathe, ¬
den er enthielt, auf das genaueste und sorgfältigste ¬
gewogen, dann mit einem Kütte überzogen, und in
einer schiefen Lage in einen Ofen gelegt. Die obere Öffnung ¬
des Flintenlaufes wurde hierauf mit einem großen
Trichter verbunden, der voll Wasser war, aber unten das
Wasser nur tropfenweise, durch eine sehr enge Offnung,
durchließ, die vermittelst eines Hahnes geöffnet und verschlossen ¬
werden konnte. Der Trichter war oben verschlossen, ¬
um das Ausdünsten des Wassers zu verhindern. Am
unteren Ende des Flintenlaufes war eine tubulirte Vorlage
angebracht, um das nicht zerlegte Wasser aufzufangen.
Aus der Tubulatur der Vorlage ging eine gläserne Rohre