Metadaten : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

rung:  denn  zwei  Körper,  die  ganz  verschiedene  Eigenschaften ¬
  haben,  können  unmöglich  einerlei  sein.
Außerdem  gibt  es  einen  Versuch,  welcher  diesen  Einwurf ¬
  völlig  widerlegt.  Man  fülle  eine,  mit  Quecksilber  angefüllte ¬
  und  auf  Quecksilber  stehende,  Glocke,  mit  Wasserstoffgas, ¬
  bringe  einen  metallischen  Kalk  unter  dieselbe,  und
lasse  nachher  den  Brennpunkt  eines  Brennglases  auf  diesen
Kalk  fallen:  so  wird  der  Kalk  hergestellt;  sein  Gewicht
nimmt  ab;  der  Wasserstoff  vereinigt  sich  mit  dem  Sauerstoffe, ¬
  welcher,  während  der  Herstellung,  aus  dem  Kalke  sich
entwickelt;  es  entsteht  eine  beträchtliche  Menge  Wasser;
und  die  Glocke  füllt  sich  mit  Quecksilber  an,  zum  Beweise,
daß  das  Wasserstoffgas  eingesogen  worden  ist.  Das  Gewicht ¬
  des  erhaltenen  Wassers  beträgt  weit  mehr,  als  das
Gewicht  des  Wasserstoffgas  betrug:  es  kann  demzufolge
nicht  vorher  in  demselben  enthalten  gewesen  sein.
Zweitens.  Die  Zerlegung  des  Wassers  durch
das  Eisen  ist  noch  nicht  bewiesen.
Antwort.  Nach  den  wiederholten  Versuchen,  welche
zu  Paris  und  in  Holland  sind  angestellt  worden,  kann  man
wohl  an  dieser  Zerlegung  nicht  länger  zweifeln.  Der  merkwürdigste ¬
  Versuch  ist  folgender:  Man  füllte  einen,  vom
Schafte  genommenen,  Flintenlauf,  mit  dickem  Eisendrath
an,  welcher  vorher,  unter  dem  Hammer,  war  breit  geschlagen ¬
  worden.  Hierauf  wurde  der  Flintenlauf,  mit  dem  Eisendrathe, ¬
  den  er  enthielt,  auf  das  genaueste  und  sorgfältigste ¬
  gewogen,  dann  mit  einem  Kütte  überzogen,  und  in
einer  schiefen  Lage  in  einen  Ofen  gelegt.  Die  obere  Öffnung ¬
  des  Flintenlaufes  wurde  hierauf  mit  einem  großen
Trichter  verbunden,  der  voll  Wasser  war,  aber  unten  das
Wasser  nur  tropfenweise,  durch  eine  sehr  enge  Offnung,
durchließ,  die  vermittelst  eines  Hahnes  geöffnet  und  verschlossen ¬
  werden  konnte.  Der  Trichter  war  oben  verschlossen, ¬
  um  das  Ausdünsten  des  Wassers  zu  verhindern.  Am
unteren  Ende  des  Flintenlaufes  war  eine  tubulirte  Vorlage
angebracht,  um  das  nicht  zerlegte  Wasser  aufzufangen.
Aus  der  Tubulatur  der  Vorlage  ging  eine  gläserne  Rohre
            
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