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Armenpflege in England.
beiten die mächtigste Triebfeder entzieht. Aber dieselbe
Folge hat sie noch überdies mittelbar. Indem sie zur
Vermehrung der Zahl der Armen beiträgt, vermehrt sie
zugleich die mit der Armuth überhaupt verbundenen mora-
lischen Übel oder die Masse derer, welche, weil sie von
Almosen leben oder sich auf Almosen verlassen, überhaupt
einen eigentümlichen, und zwar einen dem Arbeitslleifse
nichts weniger als günstigen, Charakter haben. Jedoch es
wird in dem zweiten Abschnitte der schicklichere Ort seyn,
von den moralischen Folgen der Armuth zu sprechen.
Man hat, in England selbst, das in der arbeitenden
Volksklasse eingerissene Verderben, und namentlich die Ar-
beitsscheu oder die Verschwendungssucht dieser Voklsklasse,
noch aus andern Ursachen abgeleitet. Ich will nur einige
von diesen Ursachen hier namhaft machenj diejenigen, über
welche man in England am häufigsten und am lautesten ge-
klagt hat. — Um dem Branntweintrinken entgegenzuarbei-
ten , hat eine neue Parliamentsacte gestattet, Bierhäuser
ohne eine besondere obrigkeitliche Erlaubnis zu eröffnen.
Seitdem hat sich an vielen Orten die Zahl der Bierhäuser
nicht wenig vermehrt. Es wird nun von mehreren Seiten
die Klage geführt, dafs diese Unzahl von Bierhäusern den
untern Volksklassen Gelegenheit und Veranlassung zum Müs-
siggange etc. gebe. (S. 24- 100. 178.) Eben so wird dar-
über geklagt, dafs man die Feier des Sonntages mehr und
mehr vernachlässige. In der letztabgelaufenen Zusammen-
kunft des Parliaments (i833.) wurde eine Bill eingebracht,
welche die Stille eines englischen Sonntages noch dusterer
gemacht haben würde.
Ich weifs jedoch nicht, ob nicht die eine und die an-
dere Klage die Wirkung mit der Ursache verwechsle. Ja
ich würde noch weiter gehen, so sehr auch diese Äufse-
rung in England Vielen auffallen mochte, wenn anders die-
ser Aufsatz in England Leser finden sollte. Ich würde be-
haupten oder vermuthen, dafs die Strenge, mit welcher
man in England über die Feier des Sonntages hält, auf die