Volltext : ¬Die ländliche Verfassung in der Provinz Pommern (20)

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ger  wird  die  Stoppelweide  benutzt.  Eine  fast  übergroße  Ausdehnung
hat  der  Kartoffelbau  gewonnen.  Es  giebt  Güter,  die  6—10000
Scheffel  für  den  Betrieb  der  Brennereien  und  Tagelöhner,  die  10  bis
20  Scheffel  auspflanzen.  Die  Kartoffel  ist  die  Brachfrucht  geworden
mit  der  man  ganze  Schläge  zur  Aufnahme  der  folgenden  Kornsaaten
vorbereitet.
Bei  der  Größe  der  Waldungen  und  Schwierigkeit  des  Absatzes
hat  man  bisher  noch  nirgends  eine  feste  Betriebsart  einzuführen  der
Mühe  werth  gehalten.  Die  Klafter  Holz  kostet  durchschnittlich  nur
2  Thaler  10  Sgr.
ad  3.  Der  Strand,  mit  schwerem  Vieh  und  schwerem  Weizenboden ¬
  hat  ein  feuchtes  und  nebeliges,  aber  gesundes  Klima.
Die  Oberfläche  des  Bodens  ist  in  der  größeren  südlichen  Hälfte
des  Strandes  wellenförmig.  Im  Norden  liegen  die  weiten  Tiefebenen
mit  dem  Meeresspiegel  fast  gleich.  Vor  denselben  ziehen  sich,  schützend
gegen  Meerüberfluthung,  die  Dünen.  Der  Dünenstreifen  ist  von  ungleicher ¬
  Breite,  zuweilen  nur  40—50  Schritte,  mitunter  liegen  zwei
und  drei  Dünenreihen  hinter  einander.  In  den  kleinen  Tiefen  zwischen ¬
  den  Dünenreihen  liegen  hier  und  da  fruchtbare  Kartoffelfelder.
Es  finden  sich  in  der  geringen  Breite  des  Strandes,  die  von  Norden
nach  Süden  etwa  anderthalb  Meilen  beträgt,  mit  Ausnahme  des
Marschlandes  alle  Bodenarten,  vom  Flugsande  bis  zum  strengsten
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Thonboden.  Der  letztere  beginnt  ungefähr  500  Schlitte  hinter  der
Sandregion  der  Küsten.  Er  ist  Anfangs  mit  Sand  gemischt,  und
wird  weiter  gegen  Süden,  eine  Meile  in  der  Breite,  strenger  Lehmboden. ¬

Der  Strandboden  enthält  vielen  graublauen  Thonmergel;  dieser
aber  sagt  ihm  weniger  zu,  als  gebrannter  Kalk.  Der  Morgen  Landes ¬
  kostet  hier  50—70  Thaler,  während  in  den  oberen  Landstrichen
Hinterpommerns  selten  über  25  Thaler.
Die  größeren  Güter  werden  in  6  Feldern  bewirthschaftet:  Win— ¬
  Hafer  mit  Klee  —  Mäheklee  —  reine
terkorn  —  Sommerfrüchte
Brache,  gedüngt.  Die  Bauern  haben  meistens  5  Felder  mit  gleicher
Fruchtfolge,  ältere  Wirthe  auch  nur  4.  Die  Herrengüter  sind  400
bis  1600,  die  Bauergüter  100  bis  150  Morgen  groß.  Bei  dem
reicheren  Strohgewinn  gebraucht  man  fast  nur  Stalldung,  und  zwar
tint
bei  der  Sechsfelder=Wirtyschaft  alle  6  Jahre.
            
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