Volltext : Hammer, Philipp: ¬Die christliche Mutter in ihrem Berufe

182  -feiern? -
  Der  Franzose  Veuillot  erzählt  in  seinem
Buche:  „Parfum  de  Rome“  eine  solche  Hochzeit  und
setzt  die  Trauungsrede  bei,  die  ein  Bischof  der  glücklichen -
  Braut  des  himmlischen  Königs  gehalten.  Sie
lautet:  „Die  Gnade  der  Taufe  ist  die  erste  Stufe  des
höheren  Lebens."  Wenn  das  Kind  zum  erstenmal
zur  Kirche  gebracht  wird,  so  trägt  die  Amme  eine
edle  Last.  Aber  die  Sünde  brandmarkt  noch  das
bevorzugte  Geschöpf.
Aus  der  Kirche  in  die  Arme  seiner  Mutter  zurückgebracht, -
  hat  der  Säugling  nicht  aufgehört,  ihr  Kind
zu  sein,  aber  er  ist  noch  überdies  ein  Kind  Gottes
geworden,  er  ist  in  den  Adelsstand  erhoben  worden.
Und  doch  gibt  es  noch  etwas  Höheres  und  Herrlicheres -
  für  ein  Kind.  Die  Kirche  bietet  es  an,  aber
verpflichtet  nicht  dazu;  es  ist  ein  Rat,  kein  Gebot.
Großmütigen  Herzen  zeigt  sie  dieses  Ziel;  aber  niemand
ist  gezwungen,  es  zu  verfolgen.
Ferne  sei  von  mir,  von  dem  heiligen  Sakrament
der  Ehe  übel  zu  sprechen  oder  zu  denken.  Ich  weiß,
daß  es  möglich,  daß  es  leicht  ist,  selbst  wenn  man
in  der  Welt  bleibt,  in  den  Himmel  zu  kommen.  Ich
kenne  die  Erhabenheit  der  Gebote;  gleichwohl  sind  es
Gebote.  Auch  die  Kirche  gebietet,  treibt,  drängt,  im
Notfalle  zwingt  sie:  Compelle  intrare,  nötige  sie  (in
den  Himmel)  einzutreten.
Das  Gebiet  des  Rates  dagegen  ist  frei:  man  betritt -
  es  mit  Frohlocken;  Jubellieder  und  Freudenrufe
empfangen  jene,  die  es  betreten.  Die  Kirche  aber
bleibt  der  Begeisterung  gegenüber  gemessen;  sie  nimmt
sogar  einen  ernsten  Ton  an  und  verlangt  durch  ihren
Bischof  im  Angesichte  Gottes,  daß  man  ihm  die  Wahrheit -
  sage:  Ist  es  Gott,  der  dich  hierhergeführt?
Bist  du  würdig?  Hast  du  den  Willen,  standhaft  zu
bleiben?  „Ja,  indem  ich  der  Barmherzigkeit  Gottes
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer