Die Redlichkeit. § 144.
245
als erbschaftlich in Besitz nimmt, während sie nicht zur Erbschaft gehört!s
Sein Titel ist ein wahrer.
.. --.
c. Die Ersitzung pro donato ist unter Ehegatten dann unzulassig,
wenn die geschenkte Sache dem Schenker wirklich gehörte oder wenn er den
Ersitzungsbesitz daran hatte, zulässig in anderen Fällen, weil alsdann das
Vermögen des Schenkers nicht vermindert wird*4 (vgl. § 144 Note 9)
d. Ob das unrichtige richterliche Urtheil ein Ersitzungstitel sei, ist
bestritten; in den Quellen ist die Frage nicht erörtert; nach richtiger
Meinung ist sie zu bejahen, weil das richterliche Urtheil in dem Sieger
jedenfalls die begründete Meinung von dem Vorhandensein eines Titels
d. h. einen Putativtitel erzeugen wird; überdies haben die Surrogate des
Urtheils (Vergleich und Eid) die Eigenschaft von giltigen Titeln
00. § 144. Die Redlichkeit.
Möllenthiel, über die Natur des guten Glaubens bei der Verjährung.
1820.
Stintzing in dem zu § 143 citirten Buch.
— Scheurl
Beiträge Nr. 15. 1854.
Wächter, die bona fides, insbesondere bei der Ersitzung
des Eigenthums. 1871.
Bruns, das Wesen der bona fides. 1872. — Vangerow, § 321. — Windscheid,
§§ 176. 177. — Brinz, § 161.
Unwürdig der Ersitzung ist derjenige, welcher, wenngleich auf Grund
eines Titels, so doch nicht in Redlichkeit, in gutem Glauben (bona fides
den Besitz der Sache ergriffen hat!. Der Käufer soll nicht bloß bei der
Besitzergreifung sondern auch beim Kaufabschluß bona fide sein?.
Nach
Canonischem und heutigem Rechte kann nur derjenige ersitzen, welcher
während der ganzen Ersitzungsfrist redlich ist3 (§ 89); man drückt dies
gewöhnlich so aus: nach Römischem Recht schadet die mala fides
superveniens nicht, nach heutigem Recht schadet sie. Dem
Unredlichen (mala fide possessor) gleich wird auch derjenige behandelt,
welcher durch unentschuldbaren Irrthum (also durch Rechtsirrthum und
leichtsinnigen factischen Irrthum) die Umstände, welche den Erwerb der
Sache verhindern, unbeachtet läßt"; soweit aber der Rechtsirrthum verziehen
wird (§ 10 unter 2), wird er es auch hier, was Einige ohne Grund bestre ¬
stleiten:
— Wird der Besitz durch einen Vertreter erworben (§ 117), so
wird die Redlichkeit des Vertretenen verlangt, falls jener bloß in der
Apprehensionshandlung vertritt"; vertritt er aber auch hinsichtlich des
animus possidendi, so kommt es auf die Redlichkeit des Vertreters an,
nur schadet alsdann auch die Unredlichkeit des Vertretenen“. - Die Redlichkeit" ¬
faßten die meisten Schriftsteller bis in die neueste Zeit hinein als
13 l. 3. D. pro her. 41. 5: l. 44. § 4. i. f. D. h. t. 41. 3. — 14 l. 25. D. de
don. i. v. et u. 24. 1: l. 3. D. pro don. 41, 6. — 15 l. 13. § 1. D. de jurei. 12,
2; l. 33. § 3. l. 29. D. h. t. 41, 3: l. 8. C. de us. pro emt. . 26.
1. 2. § 1. D. pro emt. 41, 4: l. 48. § 1. D. de a. r. d. 41, 1: l. un. § 3.
C. de us. transf. 7. 31. — 2 l. 2. pr. § 13. D. pro emt. 41, 4: l. 48. D. h. t. 41,
3. — 3 c. 20. X. de praescr. 2. 26. — + l. 4. de i. et f. i. D. 22, 6: l. 31. pr.
D. h. t. 41, 3; l. 2. § 15. D. pro emt. 41. 4: l. 44. § 4. i. f. D. h. t. 41. 3. —
"l. 11. C. de i. et f. i. 1, 18. — 6 l. 47. D. h. t. 41. 3: l. 49. § 2. D. de p. a.
41, 2; l. 1. C. eod. 7, 32: l. 2. § 12. D. pro emt. 41. 4. — 7 l. 2. §§ 10—13.
D. pro emt. 41. 4: l. 43. § 1. D. h. t. 41. 3. — 8 Vgl. hiezu l. 109. D. de v. s.
50, 16; l. 5. pr. D. pro der. 41, 7: l. 28. D. de nox. a. 9. 4: Gai. 2. 43: pr. I.
h. t. 2, 6.