248. 29. Buch. 2. Tit. §. 1498. 1499.
caduca) völlig gleich*2). Und selbst die Berufung eines
Postumus, welcher nicht erscheint, begründet für die Miterben ¬
wahres Anwachsungsrecht: „Heredi cum postumo
instituto reliquae partes accrescunt, quae postumo
datae sunt, si certum sit, non esse praegnantem“—23)
Zwar ist auch dagegen bemerkt, es sey kein wahres Anwachsungsrecht, ¬
sondern nur etwas diesem Recht der äusseren ¬
Erscheinung nach ganz ähnliches gemeint?
In
der That aber geht hier Alles darauf hinaus, daß, wenn
einem Postumus mit Anderen ein Vermächtniß zugewandt
war, einige Abweichung von dem regelmäßigen Anwachsungsrecht ¬
bei Vermächtnissen zugelassen wurde, gestützt
auf den wahrscheinlichen Willen des Testators, der ja nie
und zu keiner Zeit, auch als dies Recht noch unter dem
Einfluß der Zuwendungsformeln (legat. per vindicationem ¬
u. s. w. stand), unberücksichtigt bleiben durfte 25
Das Anwachsungsrecht gilt nicht blos für Erben,
sondern auch für Vermächtnißnehmer 25), es gilt nicht
blos für testamentarische Erben, sondern auch für die zur
gesetzlichen Erbfolge Berufenen
für Bonorum possessores -
nicht minder, wie für Civilerben
). Dabei
22) L. un. §. 4. C. de caduc. toll.
23) L. 31. D. h. t. — Vgl. L. 15. §. 1. L. 16. §. 2. D.
de legat. I. L. 5. §. 1. L. 6. L. 7. pr. D. de reb.
dub. (XXXIV. 5.)
24)
Schneider Anwachsungsrecht S. 42. fag.
25
Vgl. Mayer Recht der Anwachs. S. 129. S. 131—139.
S. 162— 165.
26) L. un. §. 10. 11. C. de caduc. toll.
27) PAULI sent. rec. IV. 8. §. 26. L. 1. §. 9. D. ad
Set. Tertull. (XXXVIII. 17.)
28) L. 3. §. 9. L. 4. L. 5. D. de D. P. (XXXVII. 1.)