Ulpiani fragm. ed. Hugo.
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derts eine vollständige Collation angelegt hat. Das
Resultat dieser Arbeit war eine große Zahl von Lesearten, ¬
die sich nirgends, als in jener Ausgabe, finden.
Druckfehler können diese eigenthümlichen Lesearten nicht
seyn, dafür bürgt die übrige Sorgfalt der Ausgabe;
Conjecturen eben so wenig, denn viele sind ganz
sinnlos, und es ließe sich kein Grund denken, warum
wiederum viele andere, zum Theil sehr sichere, Conjecturen ¬
am Rande stehen sollten, welches doch der
Fall ist. Demnach sind es die Lesearten der Handschrift, ¬
welche Annahme noch durch folgende Gründe
bestätigt wird: 1) Cujacius, von dem die Ausgabe
herrührt, hatte damals schon längst die Handschrift
in Händen gehabt, und war längst bemüht gewesen,
einzelne Lesearten daraus bekannt zu machen; 2) die
einzeln bekannten Lesearten des Cod. Til. finden sich
hier in der That wieder; 3) ganz entscheidend endlich
ist die Marginalnote im Anfang des Ulpian: „Lacunarum, ¬
quae in exemplari authentico erant, supplementum ¬
ex conjectura denotat literarum certis contextus ¬
locis varietas, ceteris emendationibus in oram
libri rejectis. Der Plan der Ausgabe scheint nun
folgender. Stillschweigend verbessert werden sollten
wohl nur offenbare Schreibfehler, d. h. solche, zu
deren völlig sicherer Verbesserung es nicht einmal der
Sachkenntniß bedarf; denn solcher Fehler muß das