Inhaltsverzeichnis : Windscheid, Bernhard: Zwei Fragen aus der Lehre von der Verpflichtung wegen ungerechtfertigter Bereicherung

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(1)  L.  23  D  de  R.  C.  12.  1.
Si  eum  servum,  qui  tibi  legatus  sit,  quasi  mihi  legatum
possederim  et  vendiderim,  mortuo  eo  posse  te  mihi  pretium  condicere, ¬
  lulianus  ait,  quasi  ex  re  tua  locupletior  factus  sim.
In  dieser  Stelle  ist  von  einem  Pulativtitel  die  Rede.
Der  Besitzer  glaubt,  dass  ihm  vermacht  sei,  während  in  der
That  das  Vermächtniss  einem  Andern  gegeben  ist.
(2)  L.  49  D.  de  neg.  gest.  3.  5.
Si  rem,  quam  servus  venditus  subripuisset  a  me  venditore,
emtor  vendiderit,  eaque  in  rerum  natura  esse  desierit,  de  pretio
negotiorum  gestorum  actio  mihi  danda  sit,  ut  dari  deberet,  si
negotium,  quod  tuum  esse  existimares,  cum  esset  meum,  ges8288e8. ¬

Ebenfalls  Putativtitel.  Der  Käufer  eines  Sclaven  hat
mit  demselben  eine  Sache  in  Besitz  bekommen,  von  welcher
er  glaubt,  dass  sie  zu  dem  (mit  gekauften)  Peculium  des
Sclaven  gehöre,  während  der  Sclave  sie  seinem  Herrn  entwendet -
  hat.
(3)  L.  30  pr.  D.  de  A.  E.  V.  19.  1.
Servus,  quem  de  me  cum  peculio  emisti,  priusquam  tibi
traderetur,  furtum  mihi  fecit.  ...  Si  nummos,  quos  servus  iste
mihi  subripuerat,  tu  ignorans  furtivos  esse  quasi  peculiares  ademeris ¬
  et  consumpseris,  condictio  mihi  eo  nomine  adversus  te
competet,  quasi  res  mea  ad  te  sine  sausa  pervenerit.
Der  gleiche  Fall,  wie  in  der  vorigen  Stelle,  nur  dass  hier
der  Besitzer  sich  nicht  durch  Verkauf,  sondern  durch  Verzehren
des  von  dem  Sclaven  dem  Herrn  Entwendeten  bereichert.
(4)  L.  18  pr.  de  R.  C.  12.  1.
Si  ego  pecuniam  tibi  quasi  donaturus  dedero,  tu  quasi
mutuam  accipias  .  .  puto  magis  .  .  nummos  accipientis  non
fieri,  cum  alia  opinione  acceperit..  Aber:  si  eos  consumpserit  ...
condictione  tenetur.
Putativtitel.  Der  Verfasser  der  Stelle  sieht  als  Titel
nicht  die  Tradition  als  solche  an,  sondern  die  Tradition  mit
ihrer  causa,  Schenkung  —  Darlehnsgabe.  Wegen  Mangels  des
Consenses  ist  weder  Schenkung  noch  Darlehnsgabe  zu  Stande
gekommen.

§  2.
            
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