Volltext : Gren, Friedrich Albrecht Carl: Grundriß der Chemie

Einleitung.
ration,  das  ist,  der  Aenderung  der  Mischung  der  Körper,
voraus.  Brodtbacken,  Eifenschmelzen
Weinmachen
sind  in  der  That  chemische  Operationen.  So  mannigfältig =
  aber  auch  diejenigen  Bedürfnisse  schon  bey  den  Völkern =
  des  höhern  Alterthums  gewesen  seyn  mögen,  und
nach  den  übriggebliebenen  Datis  der  Geschichte  und  ihren
Monume  ten  wirklich  gewesen  sind,  welche  die  Ausübung ¬
  dieser  oder  jener  chemischen  Operation  voraussetzen, ¬
  so  beruhete  doch  ohne  Zweifel  alles  nur  auf  einer
empirischen  Ausübung.  So  war  auch  die  Chemie  der
Aegypter,  die  man  in  der  Geschichte  der  Wissenschaften
überhaupt,  so  wie  der  Chemie  insbesondere,  immer  zuerst ¬
  nennt,  gewiß  nichts  weiter,  als  eine  unvollkommene
Kunst,  als  empirische  Ausübung  einzelner  chemischer
Operationen,  so  wie  es  etwa  bey  den  Chinesen,  und  bey
unsern  gewöhnlichen  Handwerkern  noch  jetzt  der  Fall  ist.
Freylich  waren  die  Aegypter  vor  andern  Völkern  des  höhern =
  Alterthums,  die  wir  kennen,  in  dem  Besitze  mehrerer ¬
  solcher  Erfahrungen,  und  in  der  Ausübung  solcher
Operationen,  die  chemisch  genannt  werden  können.  Ihr
Land  hat  unstreitig  zu  dem  Namen  Chemie  in  der  Folge
Veranlassung  gegeben  *).  Aber  die  christlichen  Mystiker
und  die  Neuplatoniker  haben  hauptsächlich  die  hohe  Meinung ¬
  von  den  chemischen  Kenntnissen  der  Aegypter  veranlaßt, =
  und  die  Neigung  der  Menschen  zum  Wunderbaren =
  und  Mystischen  hat  diesem  Glauben  Eingang  verschaft. =
  Mehrere  alchemische  Schriften,  die  einigen
merkwürdigen  Personen  jenes  hohen  Alterthums,  wie
Hermes,  zugeschrieben  werden,  sind  untergeschobene
Producte  dieser  Neuptatoniker.
*)  PluA ¬
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