Erfordernisse der ordentlichen Ersitzung. § 178.
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c. Gerechtfertigter Besitz (Titel)“.
§ 178.
Das Wichtigste, was von dem guten Glauben ausgesagt
werden muß, ist, daß derselbe kein leichtfertig gefaßter sein darf.
Dieß läßt sich auch so ausdrücken: es muß der Irrthum, auf
welchem er beruht, ein entschuldbarer Irrthum sein'. Entschuldsteht ¬
in Widerspruch l. 32 § 1 D. h. t. „Si quis id, quod possidet, non
putat sibi per leges licere usucapere, dicendum est, etiamsi erret, non
procedere tamen eius usucapionem, vel quia non bona fide videatur possidere, ¬
vel quia in iure erranti non procedat usucapio“. Die Stelle trägt
eine dem Verfasser, Pomponius, eigenthümliche Meinung vor; auch in anderer
Beziehung betonte dieser Jurist, wie aus 1. 46 § S D. de furt. 47. 2 hervorgeht, ¬
das Subjective in einer Weise, welche keine Anerkennung gefunden
hat. Ueber die verschiedenen Meinungen s. Savigny III S. 371 Note a,
Stintzing S. 85—87, Scheurl S. 60—62, Böcking § 147 Note 4,
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Schirmer XV S. 257—244, Voigt condictiones ob causam S. 215
Note 127, Gimmerthal Arch. f. civ. Pr. LII S. 541 fg., Wächter S.
98—100, Ubbelohde Zeitschr. f. RGesch. XI S. 256, Pernice S. 213,
Dernburg I § 94 Note 23.
* Unterholzner I § 102—116. Stintzing und Scheurl an den beim
vorigen § citirten Orten. Schirmer a. a. O. XVI S. 1 fg. Fitting über
das Wesen des Titels bei der Ersitzung, Arch. f. civ. Pr. LI S. 1 fg. LII S.
1 fg. 239 fg. 381 fg. (1868. 1889°. O. Mayer die iusta causa bei Tradition ¬
und Usucapion S. 109—249 (1871). (Vgl. Bekker krit. VISchr. XIV
—
S. 484 fg.). Bernhöft der Besitztitel im röm. Recht S. 16—56 (1875).
1 L. 14 § 4 i. f. D. h. t.: — „si ex patris hereditate ad se perre¬ §178.
nisse rem emtam non levi praesumtione credat“. L. 5 § 1 D. pro suo
41. 10: — „quod . . ita interpretandum est, ut probabilis error possidentis ¬
usucapioni non obstet“. Vgl Savigny III S. 369—377. A. A.
was die Meinung des Besitzers über das Recht des Rechtsurhebers angeht
Stintzing S. 62—72; gegen denselben Scheurl S. 66-77, Burckhard
S. 323—329. Auch Wächter in der § 176 Note * citirten Schrift (vgl.
Wür
mb. Privatr. II § 21 Note 17. 18. 43) will das Erforderniß der Entschuldbarkeit ¬
des Irrthums bloß auf die Mängel des Titels bezogen wissen;
ebenso Lang Handb. des im KR. Württemberg geltenden Privatrechts S. 218,
auch Pernice Labeo II S. 227; dawider Bruns in der § 176 Note
citirten Gegenschrift S. 21 fg. 101 fg. Die in dieser und der folgenden Note
citirten Stellen wissen von einer solchen Unterscheidung nichts. — Der Hauptinhalt ¬
der erwähnten zwischen Wächter und Bruns (bei Gelegenheit eines
praktischen Falls) gewechselten Streitschriften ist übrigens ein anderer. Bruns
(und mit ihm das Schlußurtheil in dem bezeichneten Fall, Arch. f. civ. Pr.
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S. 210 fg., ferner Brinz 2. Aufl. 1 S. 630) hat die Behauptung auf¬