Metadaten : Lehrbuch des Pandektenrechts (1)

Erfordernisse  der  ordentlichen  Ersitzung.  §  178.
613
c.  Gerechtfertigter  Besitz  (Titel)“.
§  178.
Das  Wichtigste,  was  von  dem  guten  Glauben  ausgesagt
werden  muß,  ist,  daß  derselbe  kein  leichtfertig  gefaßter  sein  darf.
Dieß  läßt  sich  auch  so  ausdrücken:  es  muß  der  Irrthum,  auf
welchem  er  beruht,  ein  entschuldbarer  Irrthum  sein'.  Entschuldsteht ¬
  in  Widerspruch  l.  32  §  1  D.  h.  t.  „Si  quis  id,  quod  possidet,  non
putat  sibi  per  leges  licere  usucapere,  dicendum  est,  etiamsi  erret,  non
procedere  tamen  eius  usucapionem,  vel  quia  non  bona  fide  videatur  possidere, ¬
  vel  quia  in  iure  erranti  non  procedat  usucapio“.  Die  Stelle  trägt
eine  dem  Verfasser,  Pomponius,  eigenthümliche  Meinung  vor;  auch  in  anderer
Beziehung  betonte  dieser  Jurist,  wie  aus  1.  46  §  S  D.  de  furt.  47.  2  hervorgeht, ¬
  das  Subjective  in  einer  Weise,  welche  keine  Anerkennung  gefunden
hat.  Ueber  die  verschiedenen  Meinungen  s.  Savigny  III  S.  371  Note  a,
Stintzing  S.  85—87,  Scheurl  S.  60—62,  Böcking  §  147  Note  4,
93
Schirmer  XV  S.  257—244,  Voigt  condictiones  ob  causam  S.  215
Note  127,  Gimmerthal  Arch.  f.  civ.  Pr.  LII  S.  541  fg.,  Wächter  S.
98—100,  Ubbelohde  Zeitschr.  f.  RGesch.  XI  S.  256,  Pernice  S.  213,
Dernburg  I  §  94  Note  23.
*  Unterholzner  I  §  102—116.  Stintzing  und  Scheurl  an  den  beim
vorigen  §  citirten  Orten.  Schirmer  a.  a.  O.  XVI  S.  1  fg.  Fitting  über
das  Wesen  des  Titels  bei  der  Ersitzung,  Arch.  f.  civ.  Pr.  LI  S.  1  fg.  LII  S.
1  fg.  239  fg.  381  fg.  (1868.  1889°.  O.  Mayer  die  iusta  causa  bei  Tradition ¬
  und  Usucapion  S.  109—249  (1871).  (Vgl.  Bekker  krit.  VISchr.  XIV
—
S.  484  fg.).  Bernhöft  der  Besitztitel  im  röm.  Recht  S.  16—56  (1875).
1  L.  14  §  4  i.  f.  D.  h.  t.:  —  „si  ex  patris  hereditate  ad  se  perre¬  §178.
nisse  rem  emtam  non  levi  praesumtione  credat“.  L.  5  §  1  D.  pro  suo
41.  10:  —  „quod  .  .  ita  interpretandum  est,  ut  probabilis  error  possidentis ¬
  usucapioni  non  obstet“.  Vgl  Savigny  III  S.  369—377.  A.  A.
was  die  Meinung  des  Besitzers  über  das  Recht  des  Rechtsurhebers  angeht
Stintzing  S.  62—72;  gegen  denselben  Scheurl  S.  66-77,  Burckhard
S.  323—329.  Auch  Wächter  in  der  §  176  Note  *  citirten  Schrift  (vgl.
Wür
mb.  Privatr.  II  §  21  Note  17.  18.  43)  will  das  Erforderniß  der  Entschuldbarkeit ¬
  des  Irrthums  bloß  auf  die  Mängel  des  Titels  bezogen  wissen;
ebenso  Lang  Handb.  des  im  KR.  Württemberg  geltenden  Privatrechts  S.  218,
auch  Pernice  Labeo  II  S.  227;  dawider  Bruns  in  der  §  176  Note
citirten  Gegenschrift  S.  21  fg.  101  fg.  Die  in  dieser  und  der  folgenden  Note
citirten  Stellen  wissen  von  einer  solchen  Unterscheidung  nichts.  —  Der  Hauptinhalt ¬
  der  erwähnten  zwischen  Wächter  und  Bruns  (bei  Gelegenheit  eines
praktischen  Falls)  gewechselten  Streitschriften  ist  übrigens  ein  anderer.  Bruns
(und  mit  ihm  das  Schlußurtheil  in  dem  bezeichneten  Fall,  Arch.  f.  civ.  Pr.
9LVII -
  S.  210  fg.,  ferner  Brinz  2.  Aufl.  1  S.  630)  hat  die  Behauptung  auf¬
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer