Max-Planck-In
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stellung auch zugleich immer dieses empfinden, und dadurch
selbst zu dem Unangenehmen uns hingezogen fühlen. Kindern, -
welche nicht lesen lernen wollen, macht man dasselbe
durch Aepfel, Kuchen, Bilderbücher und gute Worte so lieb,
dafs es eine Freude ist, ihren Fleiss zu sehen. So wird uns
namentlich durch das Angenehme der Gewohnheit, zumal da
dabei auch mit der Zeit jeder Eindruck seinen Reiz verliert,
auch das Unleidlichste lieb und werth. — Nun aber folgt doch
auch hieraus nicht; dafs es einem Gegenstande zufällig oder
gleichgültig sey, angenehm oder unangenehm zu seyn; denn
erstlich bemerke man wohl, dafs alle solche Uebertragung des
Woblgefallens und Mifsfallens nur scheinbar ist, dass dadurch
nicht wirklich der unangenehme Gegenstand selbst angenehm
wird, sondern nur die Vorstellungen oder Eindrücke, welché
er mit sich führt, und welche wohl, wenn sie in hinreichendem -
Maasse vorhanden sind, die Unannehmlichkeiten des Gegenstandes -
unfühlbar machen, aber nie vertilgen können. Ein
ganz analoges Beispiel ist, wie wenn jemand eine bittere Arznei, -
in eine überwiegende Menge süsser gemischt, geniefst,
ohne die Bitterkeit zu spüren, und sich überredet, Süsses zu
geniefsen. Aber auch zugegeben, dass wirklich durch eine
solche Uebertragung der Gefühle etwas Angenehmes oder Unangenehmes -
den entgegengesetzten Charakter annehmen, und
wirklich selbst den entgegengesetzten Eindruck machen könnte,
so folgt daraus doch nichts gegen die Objektivität des Gefühls;
denn man wird doch zugeben müssen, dass ein solcher eutgegengesetzter -
Cbarakter nicht der dem Gegenstande wesentliche
ist, und dieser ihn nicht an und für sich selbst, durch seine
eigene Natur an sich trage; und so wird man stets unterscheiden -
müssen zwischen den Eindrücken, welche ein Ding
an und durch sich selbst, und denen welche es so durch
Anderes, durch Uebertragung hervorbringt, und man wird
bemerken, dass jene immer nur ein und dieselben seyn könfür -
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