Inhaltsverzeichnis : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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können:  sie  würde  einzig  und  allein  der  Einwirkung ¬
  der  Objekte  gehorchen.
§.  48.  Jch  nenne  diese  Art,  seine  Aufmerksamkeit ¬
  eigenmächtig  auf  verschiedene  Gegenstände,
oder  auf  verschiedene  Theile  eines  einzigen  Gegenstandes =
  wechselsweise  zu  richten,  das  Reflektiren.
So  sieht  man  deutlich  ein,  wie  die  Reflexion  aus
der  Einbildungskraft  und  dem  Gedächtniß  entsteht. =
  Auch  hier  giebt  es  ein  Wachsthum,  welches =
  nicht  unbeachtet  übergangen  werden  darf.
§.  49.  Ein  kleiner  Anfang  des  Gedächtnisses
reicht  zu,  um  uns  einen  Anfang  der  Gewalt
über  unsere  Einbildungskraft  zu  verschaffen.
Es  ist  schon  genug,  wenn  ein  einziges  willkührliches =
  Zeichen  da  ist,  um  eine  Idee  von  sich  wieder
erwecken  zu  können.
Und  das  ist  zuverläßig
der  erste  und  der  kleinste  Grad  vom  Gedächtniß
und  von  der  Gewalt,  die  man  über  seine  Einbildungskraft =
  erlangen  kann.  Freylich  ist  diese  Gewalt, ¬
  die  uns  ein  so  kleiner  Grad  im  Gebieten  über
unsre  Aufmerksamkeit  verschaft,  im  höchsten  möglichen =
  Grad  schwach  und  klein.  So  wie  sie  aber
auch  seyn  mag:  so  macht  sie  doch  den  Vortheil  der
Zeichen  einleuchtend,  und  sie  kann  den  Menschen
doch  wenigstens  auf  einige  Gelegenheiten  hinweisen, =
  bey  denen  die  Erfindung  neuer  Zeichen  nüzlich
oder  nothwendig  seyn  kann.  Hiedurch  wächst  die
Uebung  des  Gedächtnisses  und  der  Einbildungskraft, ¬
  und  die  Reflexion  kann  daraus  sogleich  auch
einigen  Vortheil  ziehn.  Indem  diese  auf  die  Imagination ¬
  und  auf  das  Gedächtniß  zurückwirkt,
woraus  sie  eigentlich  entsprungen  ist,  sezt  sie  sie  in
            
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