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für sich einen eigenen Gerichtsbezirk bildet, war der
Character alter Stadtfreiheit. Daneben bestanden als
landesherrliche (oder kaiserliche) Beamte a) der an die
Stelle des comes getretene Vogt, 2) als der Vertreter =
kaiserlicher oder landesherrlicher Rechte; b) der
Schultheiß, 3) als der ordentliche Civilrichter und
Competent über geringere Frevel, zugleich Oberaufseher
königlicher Einkünfte, und c) in einigen Städten der
Burggraf, 4) ursprünglich der oberste Richter und
Anführer der Burgministerialen, später mit sehr verschiedener =
Competenz. 5) Die Concurrenz der Bürger
bestand zuerst im Schöffenamte bei den Gerichten der
Beamten, und die zuerst in Urkunden erwähnten Rathmannen =
(Consules) 6) sind blos die zur Ausübung niederer ¬
Polizei und Verwaltung des Gemeindeguts beigezogenen =
Beisitzer. Die Stadt selbst bestand noch aus
Freien, Ministerialen und Hörigen. 7
1) Hartmann de etymol. voc. Weichbild. Kil. 1749. Grupen disc.
p. 739. Westphalen mon. praef. IV. p. 123. Kindlinger Münster.
Beitr. II. S. 215. Eichhorn Zeitschr. 1. S. 224. Wigand 1. c. S.
227. 2) Struben Nebenst. V Thl. S. 282. Eichhorn in Zeitschr.
II. S. 181. Meyer Chronik von Aachen. S. 248. Stetten Gesch.
von Augsburg. S. 151. Fichard l. c. S. 59. 61. Hüllmann III. S.
19=22. Runde §. 427. 3) Straßburger R. in Grandidier hist. II.
p. 46. Hermann notices hist. fur la ville de Strafsb. I. p. 9.
Fichard S. 58. 61. 65. Eichhorn Zeitschr. I. S. 230. Günther Geschichte =
von Coblenz. S. 50. Kopp Nachr. von hess. Ger. l. S. 325.
4) Mader ant. brunsvic. p. 234. Sachsensp. 111. 64. Schwabensp.
c. 390. Magdeb. Weichb. Art. 44. Cöln. Urk. v. 1187. über Rechte =
des B. G. in Clasen Schreinspraxis. S. 72. 5) Pfeffinger vitriar. ¬
II. p. 594. Weiße Gesch. d: sächs. R. I. S. 125. Hüllmann
1. c. S. 17. 6) Freiburger R. in Schoepflin V. p. 50. Gemeiner
Chronik von Regensburg. l. S. 229. Hontheim hist. Trev. I. p.
483. Straßburg. in Grandidier p. 36. Fichard l. c. S. 71. 84.
Wigand l. c. S. 248. 282. Ochs Gesch. v. Basel. 1. S. 324. Hüllmann =
1. c. S. 40. Eichhorn II. S. 175. 7) Urk. in Tröltsch Anm.
I. S. 217. s. Hüllmann S. 13. Wigand S. 234. 326.
§. 124. Veränderungen.
Eine Umbildung in eine freie Gemeinde mit selbstgewählten =
Vorständen wurde durch die allmähliche
Verschmelzung der freien und unfreien Gemeinde und
Befreiung der Stadt von Lasten, 1) so wie dadurch,
daß einige Städte die Vogtei an sich brachten, 2) oder
daß das Schultheißenamt verpfändet wurde, 3) bewirkt.