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öffentlichen Erklärungen der ersten Minister deutscher Staaten bewiesen
haben, auch im Kreise der deutschen Regierungen, und wir glauben
beifügen zu dürfen, auch in dem der deutschen Volksvertretungen und
wohl in der großen Mehrzahl des deutschen Volks, soweit dieses einer
solchen Erörte:
ung zugänglich ist, in sehr verbreiteter Weise, und trotz
der größtentheils der Berliner Strömung folgenden deutschen Zeitungsresse, ¬
dahin, daß seit dem Bestehen des deutschen Reichs keine Maaßregel ¬
von so eminenter und für die nichtpreußischen Staaten so gefährlicher ¬
politischen Bedeutung und Tragweite zur Sprache kam.
Wir sehen in dieser Lage eine Frage an die Regierungen aller
deutschen Staaten gestellt, ob sie durch unabhängige und einmüthige
Ausübung ihres Stimmrechtes im Bundesrathe für die Existenz der
deutschen Staaten eintreten, oder ob sie dazu mitwirken wollen, daß
letztere in der Würdigung ihrer eigenen Landesangehörigen einen Stoß
erhält, der sie mehr und mehr in die Tiefe führen müßte? Wir
wagen aber doch auch noch zu hoffen, daß in den maßgebenden Kreisen
zu Berlin nicht blos die Taktik zu Durchführung eines bis jetzt
wenigstens in höchst wichtigen Hauptzügen noch unbestimmt und unbestimmbar ¬
vor der Oeffentlichkeit liegenden Planes verfolgt, sondern
auch die doch jedenfalls unverkennbar großen Schwierigkeiten und Kehrseiten ¬
desselben, besonders aber die Rücksichten auf die Rechte, die
Interessen und die Existenz der Bundesstaaten einer wiederholten E
wägung mögen unterzogen und von einem Plane möchte abgestanden
werden, in welchem die deutschen Staaten eine unverdiente Strafe für
ihre Bundesgenossenschaft und für ihr seit Jahren bethätigtes Entgegenkommen ¬
über die Reichsverfassung hinaus zu erblicken berechtigt
sein dürften und welches — wenn festgehalten und ausgeführt
einen bleibenden, tiefsten Stachel in den Herzen vieler deutschen Volksstämme ¬
zurücklassen dürfte.
—og