Volltext : ¬Die sociale Lage der Fabrikarbeiter in Mannheim und dessen nächster Umgebung

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Die  Arbeiter.
IV.  Die  Arbeiter.
Die  Industrie  in  Mannheim  und  seiner  näheren  Umgebung  ist
ganz  wesentlich  Großindustrie  und  in  Folge  dessen  in  ihrer  jetzigen  Gestalt
ganz  jungen  Datums.  Aber  auch  eine  Industrie  überhaupt  hat  sich  hier
selbst  im  Verhältniß  zu  dem  geringen  Alter  der  Stadt  spät  entwickelt.
Mannheim,  welches  im  Jahre  1605  aus  einem  unbedeutenden  Dorfe
zu  einem  städtischen  Gemeinwesen,  bald  darauf  auch  befestigt  wurde,
war  seit  1720  Residenz  der  Kurfürsten  der  Pfalz.  Die  Stadt  wurde
schon  bald  nach  ihrer  Gründung  im  Dreißigjährigen  Kriege  verbrannt,
dann  1688  bei  der  Verwüstung  der  Pfalz  vollständig  zerstört  und  war
auch  später  als  Festung  in  den  kriegerischen  Verwickelungen  der  Rheinlande
im  vorigen  Jahrhundert  meist  leidend  betheiligt.  Der  ersten  Zerstörung
folgten  noch  andere  nach.  Von  einer  über  die  Beschaffung  der  täglichen
Bedürfnisse  hinausgehenden  gewerblichen  Thätigkeit  konnte  unter  solchen
Umständen  keine  Rede  sein.  Auch  der  später  dazu  kommende  Hof  konnte
bei  dem  das  gesammte  Leben  der  Residenzen  beherrschenden  Einflusse
und  der  äußeren  Ausdehnung  der  Höfe  des  vorigen  Jahrhunderks  eine
regere  gewerbliche  Thätigkeit  in  dem  schwachen  jeder  eigenen  Kraft  entbehrenden ¬
  Gemeinwesen  nicht  aufkommen  lassen,  trotz  mancher  in  dieser
Beziehung  von  oben  ausgehender  wohlmeinender  Bestrebungen  und
Inregungen.  In  diesem  Zustande  blieben  die  Verhältnisse  auch  noch  eine  Zeit
lang,  nachdem  zu  Anfang  des  Jahrhunderts  der  auf  der  rechten  Rheinseite
gelegene  Theil  der  Pfalz  im  Jahre  1802  an  den  damals  zum  Großherzogthum
rweiterten  badischen  Staat  fiel.  Schon  vorher  war  die  Residenz  durch  die
Vereinigung  der  Pfalz  mit  Baiern  im  Jahre  1788  nach  München  verlegt
worden.  Auch  nach  dem  Anfall  von  Mannheim  mit  dem  rechtsrheinischen
Theile  der  Pfalz  an  das  Großherzogthum  Baden  ging  der  Wunsch  der
Bewohner,  wieder  Residenz  zu  werden,  nicht  in  Erfüllung.  In  dieser  Zeit,
welche  in  die  letzten  napoleonischen  Kriege  fällt,  wurde  die  Stadt  in  fortwährende ¬
  Mitleidenschaft  an  den  Drangsalen  des  Krieges  gezogen  und  ihren
Bewohnern  nahezu  unerschwingliche  Lasten  auferlegt.  In  dem  ersten
            
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