31
7. Ihre Stärke. Man muss sie in dieser Hinsicht als wirkende Mittel unterscheiden; entweden
In ihrem vollkommnen Zustand; — ohne sich zu zersetzen.
In ibren Bestandtheilen , je nachdem sich der Sauerstoff schwerer oder leichter davon trennt,
8°. Ihre wechfelfeitige Eintheilung. Ich ordne sie nach der Vereinigung ihrer
wechelseitigen Grundlagen mit dem Sauerstoff.
B. Insbesondere; In Rücksicht der Ordnung, vie ich hier oben Nro.8. angezeigt habe, -
hat man zu untersuchen.
1°. Die Kohlensäure. Von Black, 1757, entdeckt; — ist uns durch die letzten Arbeiten -
des Lavoisier und Pearson gut bekannt. — erscheint in der Natur unter einer vierfachen Gestalt
rein, in unterirdischen Höhlen, — mit der Luft im Verhältniss zu o,01 bis o,02 vermischt,
aufgelöst in den Sauerbrunnen, — gebunden in den Kalksteinen, — wird künstlich durch die Säuren
erhalten, — als Gas ist es zwey Mahl schwerer als die Luft, erstickend, löscht die brennenden Körper
aus, färbt die Lakmustinctur roib, trübt das Kalkwasser, hat einen säuerlichen scharfen Geschmack und
Geruch, — vermischt sich mit der Luft, — löset sich im Wasser, vorzüglich durch den Druck, auf, kann -
daher zur Bereitung und Nachabmung der natürlichen Sauerbrunnen durch die Kunst dienen;
ist durch den Phosphor blofs in den kohlenfauren Salzen zersetzbar, enthält beyläufig einen Theil Kohlenstoff ¬
und vier Theile Sauersioff, — erzeuget fich auf der Stelle bey Verbrennung der Kohle, wenn lebende ¬
oder todte Pflanzen der Luft und dem Schatten ausgesetzt werden, bey der Gährung, beym Athem
hoblen, — mit der Luft eingeathmet, schwächt sie die Thiere, zerstört die Bewegungen ihrer Muskela,
ist kühlend und widersteht der Fäulniss in den ersten Wegen,
2°. Die Phosphorsäure. Kömmt in der Natur mit Erden und. Metallkalken vereinigt vor, —
wird vorzüglich aus einer vollständigen Verbrennung des Phosphors erhalten, —
kann trocken, fest,
kristallinisch feyn, — zieht schnell die Feuchtigkeit der Luft an sich, — wird gewöhnlich zu einer dicken,
zähen, sehr schweren Flüssigkeit, von einem scharfen, nicht kaustischen Geschmacke,
feuerbeständig
und schmilzt zu Glas, wird in der Wärme durch den Wasser - und Kohlensioff zersetzet, gibt vorzüglich
durch diefen letzten den Phosphor, enthält 6,39 Phosphor, und 0,61 Sauerstoff,
verbindet sich
unter jedem Verhältnisse mit Wasser; — als Säure viel stärker als die Kohlensäure,
fängt an, als
Heilmittel, vorzüglich als ein äufserliches schmelzendes Mittel angewendet zu werden,
3°. Die onvollkommene Phosphorfäure. Wird durch die laoglame Verbrennung,
oder das blosse Leuchten des Phosphors in der Luft erhalten, — unterscheidet sich von der Phosphorfäure ¬
durch einen fiinkenden Geruch, widrigen Geschmack, und durch die Eigenschaft, einen weissen
dicken Rauch und eine lebhafte Flamme, wenn sie etwas stark erwärmet wird, von sich zu geben,
bildet übrigens Zusammensetzungen, die von jenen der Phosphorfaare ganz verschieden sind,
— wurde
lange Zeit mit dieser hier verwechselt,
4°. Die Schwefelläure. Eine der färksten bekannten Säuren,
fonsi Vitriolläure genannt,
weil man sie aus den Vitriolarten abgeschieden hat, — wird heut zu Tage durch eine vollkommene Verbrennung ¬
des Schwefels erhalten, — besieht aus o,7 1 Schwefel, und o,29 Sauerstoff, — unter der Gestalt einer
dicken, etwas zähen Flüsligkeit, die fast zwey Mahl schwerer als das Wasser ist, — sehr kaustisch, — schwärzt
und verkohlt alle organischen Körper, — unveränderlich durch das Licht,
— flüssig bey einer höheren