Full text: ¬Das Deutsche Eisenbahn-Transportrecht (1)

Koch: Das Frachtgeschäft der Eisenbahnen ec. 
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mittlungsglied für die Massen-Produktion und den Massen 
Absatz, diese Wunder unserer Zeit. Hierdurch hauptsächlich haben 
sie in einem Zeitraum von noch kaum 30 Jahren, welcher seit 
ihrer Einführung in Deutschland verstrichen ist (die erste deutsche 
Bahn Nürnberg-Fürth wurde bekanntlich am 7. Decbr. 1835, 
die erste größere Bahn Leipzig-Dresden, wenigstens auf einer 
kurzen Strecke, am 24. April 1837 eröffnet) den Verkehr in ei 
ner großartigen Weise geweckt und gehoben und durch Anbah 
nung eines directen Verkehrs zwischen Producenten und Consu 
menten auf die kaufmännischen und industriellen Verhältnisse 
vollkommen umgestaltend eingewirkt. 
Die gewaltigen Dimensionen, welche der Verkehr auf ihnen 
bald annahm, sowie die eigenthümliche Natur des neuen Ver 
kehrsmittels, mit welchem so exact und rasch die großen Massen 
von Personen und Gütern befördert werden sollen, und welches 
daher complicirte Einrichtungen verlangte, ließen die einfachen 
Schablonen, welche das Recht des deutschen Fuhrmanns mit sei 
nen einfachen langsamen Frachtwagen-Transporten bestimmt hat 
ten, höchstens noch als Grundlage des Rechtsverhältnisses 
zwischen den Eisenbahnverwaltungen und Denjenigen, welche ihre 
Transportdienste in Anspruch nahmen, gelten, dieselben verlang 
ten aber zugleich auch weitere detaillirte Normen, welche 
sich an jene eigenthümliche großartige Natur des neuen Verkehrs 
mittels inniger anschlossen. 
Betrachten wir zunächst jene im Ganzen einfachen Rechts 
sätze, durch welche das Transportverhältniß des Frachtfuhrmanns 
in Deutschland bis zur Einführung des allgemeinen deutschen 
Handelsgesetzbuchs geregelt wurde und die bis dahin auch die 
rechtliche Grundlage für den Eisenbahn-Transport abgeben 
mußten. 
2) Das Transportgeschäft nach gemeinem und 
französischem Rechte. Das gemeine in Deutschland zur 
Geltung gekommene römische Recht kannte nicht einmal ein be 
sonderes Rechtsinstitut des Transportvertrags, sondern faßte letz 
tere als einfache Dienstmiethe (locatio conductio operis) 
auf, bei welcher der Fuhrmann, welcher seine Dienste anbietet,
	        
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