Metadaten : Puchta, Georg Friedrich: Lehrbuch der Pandekten

Obligatio.
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d.  Einzelnes.
2.  Leistung  des  Interesse*).
§.  224.
Da  die  Handlungen  Gegenstand  der  Obligationen  von  Seiten
des  Vermögenswerths  sind,  der  ihnen  zukommt,  so  geht  jede
Obligatio  mittelbar  auf  den  Werth  eines  Gegenstands.  Aber
dieser  Werth  kann  auch  unmittelbar  Gegenstand  einer  Forderung
seyn,  Haupt-  oder  Nebengegenstand.  Die  richterliche  Aestimation
dieses  Werths  hängt  1)  von  dem  Gegenstand  ab,  dessen  Werth
bestimmt  werden  soll*),  2)  von  den  Umständen,  die  bei  der  Aestimation ¬
  zu  berücksichtigen  sind.  In  dieser  Beziehung  kann  die
a)  Frühere  Versuche:  Schömann,  Lehre  vom  Schadensersatz,  2  Bände
1805.  1806.  F.  Hänel,  L.  v.  Sch.  nach  heut.  R.  R.  1823.  (J.  A.  v.  WeningIngenheim, ¬
  die  Lehre  vom  Schadensersatz  1841.  F.  Mommsen,  Beitr.  zum
Obl.  Recht,  2.  Abth.  zur  Lehre  von  dem  Interesse.  1855.  R.)
b)  Quanti  ea  res  est.  Dieser  Ausdruck  bedeutet  übrigens  nicht  ausschließlich ¬
  eine  der  beiden  folgenden  Aestimationsarten  (2,  a.  b.),  wie  man  geglaubt
(auch  noch  Savigny,  System  V  Beil.  XII)  und  deßhalb  einen  Widerspruch
zwischen  den  sogleich  zu  allegirenden  Stellen  angenommen  hat,  sondern  er  ist
ein  beiden  Arten  gemeinschaftlicher,  dessen  Sinn  eben  darum  die  römischen
Juristen  für  die  verschiedenen  Fälle  erst  bestimmen:  1)  L.  193  D.  de  V.  S.
(50,  16)  :  Haec  verba  quanti  eam  rem  paret  esse,  non  ad  id,  quod  interest,  sed
ad  rei  aestimationem  referuntur.  L.  4  §.  11  D.  vi  bon.  rapt.  (47,  8):  Haec
autem  actio  in  factum  est,  et  datur  in  duplum  quanti  ea  res  erit,  quod  ad
prétium  verum  rei  refertur,  et  praesentis  temporis  fit  aestimatio,  et  semper  in
duplum  intra  annum  est.  L.  un.  §.  4  D.  si  quis  ius  dic.  (2,  3):  Hoc  iudicium
non  ad  id,  quod  interest,  sed  quanti  ea  res  est,  concluditur,  et  cum  meram
poenam  contineat,  neque  post  annum,  neque  in’  heredem  datur.  (In  letzterer
Stelle  ist  aber  quanti  res  est  nicht  der  Sachwerth,  sondern  das  Streitobject  der
Hauptklage:  L.  5  §.  1  D.  ne  quis  eum  (2,  7),  L.  15  D.  de  jud.  (5,1).  R.)
2)  L.  4  §.  7  D.  de  damno  inf.  (39,  2):  —
quanti  ca  res  est,  cuius  damni
infecti  nomine  cautum  non  crit,  iudicium  datur,  quod  non  ad  quantitatem  refertur, -
  sed  ad  id,  quod  interest,  et  ad  utilitatem  venit,  non  ad  pocnam.  L.  3
§.  11  D.  uti  poss.  (43,  17):  —  quanti  res  est  sic  accipimus,  quanti  uniuscuiusque -
  interest,  possessionem  retinere  —.  L.  68  D.  de  R.  V.  (6,  1);
quanti  res  est,  id  est  quanti  adversarii  interfuit,  condemnandus  est  —.  L.  21
§.  2  D.  ad  L.  Aquil.  (Note  e)  u.  a.  —  In  L.  179  D.  de  V.  S.  (50,  16)
heißt  vera  rei  aestimatio  der  erwiesene  Werth  im  Gegensatz  zu  einem  willtürlicheren ¬
  Anschlag,  was  sich  gleichmäßig  auf  beide  Bedeutungen  des  quanti
(a  rs  est  bezieht.
            
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