Volltext : Benzenberg, Johann Friedrich: Versuche über das Gesetz des Falls, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung der Erde, nebst der Geschichte aller früheren Versuche von Galiläi bis auf Gugielmini

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Die  Kugeln  waren  mit  aller  Sorgfalt  gearbeitet.
Sie  hingen  beym  Loslassen  völlig  still;  wenigstens  war
an  ihnen  keine  Bewegung  mit  blossen  Augen  zu  sehén, ¬
  und  sie  nahmen  auch  keine  an,  wenn  man  sie
mehrere  Minuten  lang  hangen  liefs,  *)  und  in  der  Saule
war  fast  nicht  der  geringste  Luftzug  zu  fühlen.
Da  nun  troz  allen  diefen  glücklichen  Umständen
die  Kugeln  um  3,  7  und  18  Zoll  vom  Mittelpunkt
abfielen,  so  gab  ich  alle  Hofnung  auf,  je  aus  der  Spitze
des  Thurms,  wo  die  Fallhöhe  340  Fuls  ist,  Kugeln
ohne  Störungen  hinunterzubringen,  die  5omal  grösser
waren,  als  die  Gröfse,  welche  man  bestimmen  wollte. ¬
  —  Denn  selbst  beyi  stillsten  Wetter  ist  wohl  immer ¬
  etwas  Luftzug  in  der  hohlen  Säule,  fo  wie  Franklin ¬
  dasselbe  von  den  Schornsteinen  bemerkt,  in  denen
wegen  der  verschiedenen  Dichtigkeit  der  Luft  diese  zu
gewissen  Tageszeiten  hinaufsteigt  und  in  andern  wieder
hinunter,  auch  wenn  die  Luft  völlig  ruhig  ist.
Da  ich  noch  drey  Kugeln  hatte,  und  ich  diese  ungerne ¬
  vergebens  wolte  fallen  lassen,  lo  schrob  ich  die
Zange  wieder  auf  235  Fuls  Fallhöhe,  und  stellte  damit ¬
  folgende  Versuche  an.
Die  iste  Kugel  fiel  8  Linien  nach  Westen,  und
4  nach  Nordeh.
)  Da  die  Kugeln  auf  235  Fuls  immer  wieder  anfingen  zu
schwingen,  wenn  man  sie  mehrere  Minuten  lang  hangen  liels,
—  so  scheint,  dass  bey  den  3  Versuchen  von  340  Fuss  entweder ¬
  keine  Wagen  in  der  Nähe  des  Thurms  vorbeyfuhren,
oder  aber  dass  auf  255  blos  die  Dröhnungen  der  Uhr  an  den
Schwingungen  schuld  war.
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