Schweizer Patent-Kongress.
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diesen Mangel recht sehr. Prinzipiel sei dieser Schutz kaum
mehr bestritten, man mache aber praktische Gründe dagegen
geltend, zunächst den Freihandel der Schweiz und die hohen Schutzzölle -
der Nachbarstaaten. England und Belgien zeigten aber, dass
diese Dinge mit dem Schutze des gewerblichen geistigen Eigenthumes ¬
nichts zu thun hätten. Wenn man als Gegendruck auf
die Schutzzoll-Politik des Auslandes die Erfindungen schutzlos
lasse, so treffe man damit nicht sowohl das Ausland als die eigenen
Leute, die Talente der Schweiz.
Die sachliche Begründung des Erfinder- Schutzes war eine
sehr gründliche und fachgemässe; sie zeigt, dass man in der
Schweiz
osse Fortschritte gemacht hat und über das Wesen und
die Bedeutung dieses Schutzes jetzt ganz klar geworden ist; die
Ausnahmen, welche sich gezeigt, bestätigen nur diese Regel. Auch
manches Neue wurde dabei vorgebracht, was wir unsern Gesetzgebern -
und Fachleuten zur Berücksichtigung empfehlen.
Mit Recht hob die Berichterstattung hervor, dass der Vortheil -
der unentgeltlichen Benützung fremder Erfindungen nicht so
gross sei, als man gewöhnlich glaube, das Auskundschaften neuer
Erfindungen, die Herbeischaffung der Vorbilder und Muster, das
Herstellen der Modelle und Apparate, sowie die dazu und zur
Fabrikation selbst nöthigen Versuche kosteten sehr viel und schliesslich -
sei der Nachahmer doch immer hinter dem ersten Erfinder
zurück. Das Nachahmen schade auch dem Spezialisiren,
dem Geschäfts-Prinzipe der Zukunft. Wer Alles machen wolle,
mache nichts recht. Dem kleinen Industriellen namentlich werde
es unmöglich gemacht, sich auf Spezialitäten zu werfen.
Bezüglich des Musterschutzes wurde besonders hervorgehoben, -
dass die Holzschnitzerei im Rückgang begriffen sei und
dass auch der Keramik Aehnliches drohe; selbst die sonst so erfolgreiche -
Stickerei sei nicht produktiv genug und könne es auch
nicht sein, weil sie die Furcht vor Nachahmung von grösseren
Ausgaben zurückhalte. Talentvolle Leute wanderten in das Ausland!
Eine der komischsten Erscheinungen ist hier die, dass Franzosen -
in der Schweiz in Folge des Handels-Vertrages für ihre