Volltext : Wildner von Maithstein, Ignaz: ¬Das österreichische Fabrikenrecht

7  —
§.  4.
Nutzen  der  Fabriken,
Es  ist  unläugbar,  daß  die  Theilung  der  Arbeit  den  Werth
der  Producte  um  sehr  Vieles  erhöhet,  indem  der  Einzelne,  welcher =
  nur  einen  bestimmten  Theil  des  Products  zur  Verfertigung
übernimmt,  darin  sich  leichter  zum  Meister  ausbilden  kann,  folglich ¬
  alle  Theile  von  meisterhafter  Hand  angefertigt  sind,  während ¬
  im  Falle,  als  Einer  alle  einzelnen  verschiedenartigen  Arbeiten ¬
  an  demselben  Gegenstande  vollführen  muß,  eher  eine  Unvollkommenheit ¬
  in  den  einzelnen  Theilen  unterläuft,  die  dann  den
Werth  dieses  Products,  gegen  das  erstere  gehalten,  kleiner  darstellt. =
  So  richtig  dieses  ist,  so  wahr  ist  es  auf  der  andern  Seite
auch,  daß  diese  Theilung  der  Arbeit,  sobald  sie  selbstständig  (in
abgesonderten,  verschiedenen  Eigenthümern  gehörigen  Werkstätten) ¬
  betrieben  wird,  einerseits  die  Kosten  des  Products  erhöhet, ¬
  andererseits  die  Vollständigkeit  des  Products  doch  nicht
ganz  so  erzielen  läßt,  wie  man  es  von  ihr  erwarten  könnte.
Jch  behaupte  nämlich  eine  Erhöhung  der  Kosten,  weil  jeder
selbstständige  Arbeiter  —  abgesehen  von  dem  Zeit-  und  Kraftverluste ¬
  bei  der  Transportirung  von  einer  vielleicht  weit  entlegenen ¬
  Werkstätte  zur  andern  —
sich  auch  einen  selbstständigen
Familienkreis  bildet,  so  daß  die  Erhaltungskosten  dieser
Familie  in  die  Kosten  des  Products  eingerechnet  werden  müssen,
und  zwar  dann  um  so  mehr,  wenn  diese  selbstständigen  Arbeiter
in  Zünften  dastehen,  welche  sich  jeder  Vermehrung  ihrer
Arbeiterzahl  widersetzen,  und  so  die  Concurrenz  des  Anboths  der
Arbeit  vermindern,  was  zu  dem  erst  angedeuteten  natürlichen
Grunde  der  Kostenerhöhung  noch  einen  künstlichen  hinzufügt,
der  um  das  Doppelte  wirksamer  ist.  Ich  behaupte  nebenher  aber
auch,  daß  das  Product  bei  einer  so  gearteten  Theilung  der  Arbeit
nicht  die  Vollständigkeit  erreicht,  welche  man  sich  von  derselben
verspricht,  weil,  wenn  auch  die  einzelnen  Theilarbeiten  mehr
Vollständigkeit  erlangen  —  was  man  bei  den  geschlossenen  Zünften ¬
  wegen  Mangels  der  Concurrenz  des  Anboths  nicht  einmal  so
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer