Volltext : Fontenelle, Bernard Le Bovier: Bernhard von Fontenelle Dialogen über die Mehrheit der Welten

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Dame,  wie  die  Marquise,  mir's  erlaubt,  mich
Mond  und  Sternen  ganz  zu  überlassen.  Daher
want  ich  mich  mit  der  Frage  an  sie:
Finden  Sie  eine  schoͤne  Nacht  nicht  selbst  noch
schöͤner,  als  den  Tag?
Marquise.  Wol;  die  Schönheit  des  Tages
gleicht  der  mehr  schimmernden  Blondine,  die  aber
der  Nacht  der  mehr  aufs  Herz  Eindruk  machenden ¬
  Bruͤnette.
Ich.  Sehr  grosmuͤthig,  den  Bruͤnetten  diesen ¬
  Vorzug  einzuraͤumen,  da  Sie's  selbst  doch
nicht  sind.  Gleichwol  ist  der  Tag  unstreitig  das
Schoͤnste  in  der  ganzen  Natur,  und  die  Romanheldinnen, ¬
  die  schönsten  Geschöpfe  der  Einbildungskraft, =
  werden  fast  immer  blond  gemalt.
Marquise.  Was  ist  Schoͤnheit,  wenn  sie
nicht  Eindruk  auf's  Herz  macht?  Gestehn  Sie
nur,  daß  der  Tag  Sie  nie  in  ein  so  angenehmes
Staunen  würde  gesenkt  haben,  als  das  war,
worin  ich  Sie  so  eben  bey  dem  Anblik  einer  so
schoͤnen  Nacht  zu  sinken  im  Begrif  sahe.
Jch.
            
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