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Erwerbung des Churfürstenthums auch unter die Herrschaft des bayerischen ¬
Landrechtes gezogen werden sollte. Diesem gemäß wurde der Codex
Maximilianeus eingeführt in den ehemaligen Herzogthümern Sulzbach und
Neuburg, als diese im Jahre 1777 mit Churbayern wieder vereinigt
wurden*), und in den 1792 angekauften Herrschaften Parsberg*) und
Breitenegg). Noch im Jahr 1803 galt dieser Grundsatz; es wurde
in den früher erworbenen Herrschaften Salzburg und Pyrbaum*),
desgleichen in der Stadt Mühldorf und dem auf dem linken Innufer
gelegenen Theile der Grafschaft Neuburg*), in dem Bisthum Passau
nebst der Stadt*), endlich in den Preußischen, Eichstädtischen und
Reichsstift=Kaisersheimischen") Besitzungen, welche sämmtlich durch den
Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar 1803 definitiv an
Bayern fielen*), sofort das bayerische Recht eingeführt.
Von da an aber wurde das obige Prinzip verlassen; schon am
Ende des Jahres 1804 ward das bayerische Landrecht nur in denenigen ¬
vermöge des Landes=, Gränz= und Tauschvertrags mit der
Krone Preußen vom 30. Juni 1803 an Bayern gelangten Parzellen
eingeführt, welche keine geschlossenen selbständigen Aemter bildeten*)
welche im Reiche abgetrennt von den Stammlanden lagen z. B. das Fürstenthum
Mindelheim, die Reichspflege Wörth mit Donauwörth, die Cabinetsherrschaft Wertingen ¬
und den übrigen in Feßmeier (bayerisches Staatsrecht 1801) S. 75 ff.
aufgeführten Güter.
Verordnung vom 2. December 1778 (Mayer Generaliensammlung von
1784 1. Band S. 135) und Rescript vom 13. April 1803 (Moritz Novellensamm¬...
lung S. 5 u. 6).
*) Verordn. v. 21. Okt. 1794 (Moritz Novellensammlung I. Nr. II. S. 3 u. 4.
*) Verordnung v. 7. Mai 1798 (Moritz a. a. O. III S. 5) in beiden Herrschaften ¬
mit gesetzlicher Kraft der Anmerkungen Kreitmayrs.
*) Verordn. vom 29. Januar 1803 (Moritz a. a. O. IV S. 5) mit dem
oberpfälzischen Statutarrechte.
*) Erlaß der churfürstlichen Generallandesdirektion v. 21. Januar 1803
(Döllinger I S. 403).
*) Proclam des Freiherrn von Frauenberg als Generalcommissärs vom
20. März 1803 und 24. Februar 1806. „Die Vereinigung des Fürstenthums
Passau mit den alten Erbsta en bringe schon als nothwendige Folge mit sich,
daß künftig nach den bayerischen Gesetzen geurtheilt werde".
*) Churfürstlicher Erlaß d. d. 4. Juni 1804 (publizirt durch hofgerichtlichen
Erlaß vom 11. Juni 1804, ek. Reg.Bl. f. Neuburg v. 1804 S. 407) abgedruckt
die Verfügung des Hofgerichts bei Kumpf Statistik S. 207.
*) Die Besitzergreifung erfolgte schon früher vgl. Döllinger I S. 185 ff.
*) Generale der Churfürstlichen Commission vom 3. December 1804 (Kumpf
a. a. O. S. 208) vgl. auch das Rescript die Einführung der bayerischen Gesetze in