Metadaten : Dritter Band (3)

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Vom  unreifen  Lebensalter.
begonnen  haben.  Bei  dem  neugeborenen  Menschen  geht  in  der
Regel  bald  nach  der  Geburt  und  dem  Beginnen  des  Athmens  der
erste  Theil  des  Fruchtkothes  ab,  der  schwärzlich  ist;  der  übrige  wird
bis  zum  Ende  des  zweiten  oder  dritten  Tages  völlig  ausgeleert,  ist
dunkelbraun  oder  grünlich  und  mit  Colostrum  vermischt;  dann  beginnt ¬
  der  Abgang  des  Überrestes  von  der  Verdauung  der  Milch.
Übrigens  erfolgt  die  Darmausleerung  beim  Säuglinge  anfangs  häufig,
drei-  bis  viermahl  binnen  vier  und  zwanzig  Stunden.  1)  Das  Säugen ¬
  dauert  bei  den  Thieren  so  lange,  bis  einerseits  die  Jungen  ihre
Nahrung  sich  selbst  verschaffen  können,  andererseits  die  Mutter  wieder ¬
  in  Brunst  geräth,  wobei  die  Secretion  der  Milch  aufhört;  nur
ausnahmsweise  geschieht  es  bisweilen,  daß  die  Mutter,  z.  B.  des
Elens,  die  Jungen,  die  sie  bei  der  Brunst  verlassen  hat  und  nach
derselben  wieder  aufsucht,  jetzt  noch  eine  Zeit  lang  säugt.  Im
Ganzen  steht  die  Dauer  des  Säugens  in  geradem  Verhältnisse  zur
Leibesgröße  der  Gattung,  und  in  umgekehrtem  zur  Fruchtbarkeit:
nicht  bloß  sehend  geborene  Thiere,  als  Meerschweinchen,  Hasen  und
Mäuse,  sondern  auch  blind  geborene  kleine  Thiere,  als  Hamster,
Kaninchen,  Eichhörnchen,  Haselmäuse  und  Wassermäuse,  werden  nur
zwei  bis  vier  Wochen  gesäugt;  Wölfe,  Füchse,  Hunde,  Katzen,
Igel,  Biber  vier  bis  sechs  Wochen;  Seehunde  und  Seebäre  zwei
Monate;  wilde  Schweine  drei  bis  vier;  Schafe  vier  bis  fünf
Esel  und  Dammhirsche  fünf;  Pferde,  Kühe,  Hirsche,  Rennthiere,
Bäre  sechs  Monate;  der  Walfisch  soll  ein  Jahr  lang  säugen.  Beim
Menschen  dauert  das  Säugen  im  Verhältnisse  zur  Körpergröße  am
längsten,  nämlich  in  der  Regel  ungefähr  neun  Monate.
§.  534.  In  seinem  pflanzlichen  Leben  zeigt  der  Säugling
A)  eine  bedeutende  Extension  des  Blutsystems.  a)  Das  Herz  des
Neugeborenen  ist  sehr  groß,  wiegt  sechs  bis  sieben  Drachmen  und
verhält  sich  zum  Gewichte  des  ganzen  Körpers  etwa  wie  1:120  bis
150,  während  das  Verhältniß  bei  Erwachsenen  1  :  200  ist.  b)  Der
Kreislauf  ist  sehr  rasch;  im  ersten  Monate  zählt  man  130  bis
140,  nach  drei  Monaten  120  bis  125,  nach  neun  Monaten  115
Pulsschläge  in  der  Minute.  Bei  diesem  regeren  Blutleben  entstehen
leicht  Wallungen,  Fieber  und  Entzündungen,  die  einen  schnellen
Verlauf  nehmen,  aber  wegen  der  geringen  Intensität  der  Kraft-bald
            
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