Memoir.
de
l’Acad.
1723.
pag. 131.
158 Des Hrn. von Reaumur Erfahrungen
Bey dieser ersten Erfahrung bin ich nicht allein =
stehen geblieben, sondern habe selbst dafür
gehalten, ich müste dieselbe auf verschiedene
Arten verändern. Jch habe dergleichen Proben =
mit sehr grossen Stäben von Eisen, und
mit sehr zarten Drat, mit geschmeidigen, und
mit spröden Eisen, wie auch mit gehärteten und
mit ungehärteten Stahl gemacht. Hier ist
das merckwürdigste, so ich bey diesen Versuchen =
wahrgenommen habe. Wenn sonst alle
Umstände richtig sind, so wird man das Eisen
allezeit an den abgebrochenen Enden desto stärcker =
magnetisch befinden, je geschmeidiger und
fäserichter dasselbe ist, und je mehr es sich vorher ¬
hat lassen zwengen, ehe es zerbrochen. Die
mehrmals wiederholte Pressungen, zwingen
eine grössere Quantität der magnetischen Materie, =
daß sie einerley Wege nehmen muß; es
ist dieselbe dadurch aus gewissen Gegenden, so
zu reden, mehr heraus gedrückt, und allesammt
nach andern Orten zu getrieben worden. Die
eisernen Bleche und das spröde Eisen, werden
viel schwächer magnetisch, der gehärtete
Stahl aber noch weniger. Was den ungehärteten =
und den wiedergeglüeten Stahl anbelangt, =
so wird derselbe mehr oder weniger
magnetisch, nachdem er mehr oder weniger geschmeidig =
ist. Ich habe endlich überhaupt
kein Eisen gefunden, dessen abgebrochene Enden =
nicht wenigstens einige Feilspäne angezogen ¬
hätten, wenn man in dem Augenblick den
Versuch damit machet, da sie sind zerbrochen
worden,