I. Einleitung.
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größer sie ist. Die Verluste an Zinsen sind
Regel um so wirtschaftlicher,
kleineren Einzelvorräten als bei weniger aber
weit größer bei viel zerstreuten
größeren Vorräten. Weniger aber größere Vorräte gestatten auch eine regelmäßigere ¬
und richtigere Ausgleichung von einem Orte zum anderen und von
einem Zeitpunkte zum anderen. Das umlaufende Kapital des Handels löst sich
soaus -
den umlaufenden Kapitalien der Rohproduktion und der Industrie los,
bald dieselben für den Absatz reif sind. Er führt dafür der Produktion wiederum
neue, umlaufende Kapitalien zu.
Die fixen Kapitalien, welche im Handel zur Verwendung kommen,
müssen ebenso wie die der industriellen Unternehmungen mit möglichster Sparsamkeit ¬
angelegt sein. Es läßt sich bei den Handelsgeschäften viel leichter als
bei den industriellen Unternehmungen thun, sich anfangs mit gemieteten Räumen
zu behelfen und erst, wenn die Geschäfte größeren Umfang annehmen und
größere Warenlager notwendig werden, in denselben ein bedeutendes Kapital
zu fixieren.
5. Die Handelsarbeit.
Die Arbeitsthätigkeit im Gebiete des Handels ist eine vorzugsweise geistige
und muß das umsomehr werden, je mehr mit der zunehmenden Arbeitsteilung
die Ortsbewegung der Güter besonderen Transportgeschäften übertragen wird,
welche sich als eigene Erwerbszweige von den Handelsgeschäften absondern. Wenn
auch die Arbeitsteilung im Handel nicht soweit vorangeschritten ist wie in der
Industrie, so ist sie doch vorhanden und in fortwährender Steigerung begriffen.
Die Handlungsweise des Kaufmanns unterscheidet sich von jener des industriellen ¬
Unternehmers dadurch, daß die Entschlüsse vielmehr von den jeweiligen
Kombinationen und Konjunkturen des Marktes abhängen und daß, wenn ein
Entschluß gefaßt ist, derselbe auch weit rascher zur Durchführung gebracht werden
muß. Freilich soll damit nicht gesagt sein, daß von vornherein alle wirtschaftlichen ¬
Prinzipien fehlen und nur nach dem jeweiligen Momente gehandelt werden
soll. Solche geschäftliche Prinzipien werden teils durch die theoretische Ausbildung ¬
gewonnen, teils aber auch durch die praktische Erfahrung befestigt und
geprüft. Schließlich überwiegt in der Regel die Erfahrung bei weitem gegenüber ¬
der theoretischen Ausbildung. Es yat dies seinen Grund in den fortwährenden ¬
Neuerungen, welche speziell auf dem Gebiete des Handelslebens auftauchen; ¬
in den Veränderungen der Produktion, des Absatzes und der Transvortmittel. ¬
Durch diese Veränderungen wird in mancher Hinsicht die Geschäftsführung ¬
des Kaufmannes eine immer schwierigere, aber anderseits wird sie
auch wiederum erleichtert durch die Möglichkeit einer fortwährenden Arbeitsteilung ¬
und Spezialisierung, sowie durch die in politischer Hinsicht stets mehr
sich befestigenden Wirtschaftszustände.
Ein anderer Umstand, der ebenfalls das heutige kaufmännische Geschäft von
dem der Vergangenheit wesentlich unterscheidet, liegt darin, daß bei der zunehmenden ¬
Häufigkeit und Schnelligkeit der telegraphischen Mitteilungen, bei der
immer weiter verbreiteten Kenntnis von Absatzgebieten, Bezugsquellen und
Transportwegen die Gelegenheit zu ausnahmsweise großen und glücklichen Geschäften ¬
für den einzelnen nicht mehr so häufig ist als vordem. Die zunehmende
Konkurrenz unter den Kaufleuten selbst trägt wesentlich hierzu bei.
6. Das Geschäft.
Der Kaufmann versteht unter dem Ausdrucke Geschäft sowohl den ganzen
geschäftlichen Betrieb eines Einzelnen oder einer Gesellschaft, als auch die
einzelne Handelsoperation. Häufig werden auch ganze Gruppen von