Volltext : Lehrbuch des Pandektenrechts (3)

§  642.  Ungültigkeit  des  Vermächtnisses.
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des  Nichterwerbs  haftet  in  diesem  Falle  den  Vermächtnissen  derjenige, ¬
  an  welchen  in  Folge  des  Nichterwerbs  die  Erbschaft  fällt,
der  Eingesetzte  selbsts  oder  der  Dritte°.  Hat  der  Eingesetzte  sich
für  den  Nichterwerb  zu  Gunsten  des  Dritten  bezahlen  lassen,  so
haften  Beide,  der  Dritte  aber  in  erster  Linie".  Ebenso  haftet
trotz  des  Nichterwerbs  der  Erbschaft  der  Vermächtnißnehmer,
welcher,  mit  einem  Vermächtnisse  beschwert,  den  Erwerb  der  Erbschaft ¬
  verhindert11
4.  Nichterwerb  der  Erbschaft  durch  den  eingesetzten  Erben
schadet  den  Vermächtnissen  auch  dann  nicht,  wenn  in  Folge  des
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Nichterwerbs  die  Erbschaft  an  den  Fiscus  fällt
*  Nach  einer  Vorschrift  des  prätorischen  Edicts.  L.  1  pr.  D.  h.  t.
„Praetor  voluntates  defunctorum  tuetur  et  eorum  calliditati  occurrit,
qui  omissa  causa  testamenti  ab  intestato  hereditatem  partemve  eius  possident ¬
  ad  hoc,  ut  eos  circumveniant,  quibus  quid  ex  iudicio  defuncti
deberi  potuit,  si  non  ab  intestato  possideretur  hereditas,  et  in  eos  actionem ¬
  pollicetur“.  L.  4  pr.  (§  1J  D.h  t.:  „in  necem  legatariorum“;  §  1:  „ob
evertenda  iudicia“;  „in  fraudem  eorum,  quibus  quid  relictum  est“.
Nichterwerb  der  Erbschaft:  1.  1  §  6.7.8  D.  h.  t.;  l.  6  §  9  1.  23  eod.;  l.  1  §  1—4
eod.  Nichterwerb  in  der  arglistigen  Absicht,  die  Vermächtnisse  zu  beseitigen:
l.  1  pr.  D.  h.  t.  (s.  ob.),  l.  1  §  4  l.  4  pr.  §  1  l.  5  l.  6  pr.  —  §  4  l.  17
l.  26  §  1  D.  h.  t.,  l.  77  §  31  D.  de  leg.  II°.  L.  17  D.  h.  t.  cit.  „Si  quis
omissa  causa  testamenti  omnino  eam  hereditatem  non  possideat,  excluduntur -
  legatarii:  nam  liberum  cuique  esse  debet  etiam  lucrosam  hereditatem ¬
  omittere,  licet  eo  modo  legata  libertatesque  intercidunt“.  L.  6
§  3  D.  h.  t.  cit.:  „Non  simplicitur  autem  praetor  pollicitus  est  se  daturum ¬
  actionem,  sed  causa  cognita:  nam  sive  invenerit  testatorem  huius
rei  auctorem  esse  ipsumque  permisisse  ab  intestato  succedere  aut  si
qua  alia  iusta  causa  omittendi  intervenerit,  utique  non  dabit  actionem
in  eum  legatorum“.
§  L.  1  pr.  §  9  l.  6  §  7  D.  h.  t.;  l.  1  pr.  l.  13—16  D.  h.  t.,  l.  1  §  9
l.  30  D.  h.  t.  Der  Anspruch  dauert  nur  so  lange,  wie  der  Besitz,  vorausgesetzt ¬
  daß  derselbe  nicht  arglistigerweise  aufgegeben  ist,  l.  1  §  9-11  l.  6
§  5.  6  vgl.  1.  4  §  3  D.  h.  t.,  geht  aber  mit  dem  Besitz  auf  die  Erben  über,
l.  12  §  1  D.  h.  t.  Arglistige  Nichterlangung  des  Besitzes  steht  dem  Besitze
gleich,  1.  1  §  12  D.  h.  t.
°L2  §  1  l.  3  l.  4  pr.  §  1  l.  10  pr.  D.  h.  t.  Das  in  der  vorigen
Note  Gesagte  gilt  auch  für  diesen  Fall.
10  L.  2  1.  3  1.  4  §  1  l.  10  pr.  D.  h.  t.
11  L.  4  §  2  D.  h.  t.
12  L.  96  §  1  D.  de  leg.  1°.  Vgl.  §  622  Note  5.
            
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