Die Miethe. § 401.
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ihm das Leisten der Dienste ohne seine Schuld unmöglich, so gilt
auch in dieser Beziehung die gleiche Regel, wie bei der Sachmiethe: ¬
der Vermiether haftet zwar seinerseits nicht, bekommt aber
II S. 80 fg. 284 fg. (bemerkenswerth namentlich der Vortrag von Enneccerus
S. 95 fg.). Entschieden hat in diesem Sinne sowohl das Reichsoberhandelsgericht ¬
(Entsch. XIII S. 76 fg. [Seuff. Arch. XXX. 239), sowie das Reichsgericht ¬
(Entsch. X S. 165 fg. [Seuff. Arch. XXXIX. 11), Seuff. Arch.
VV
XXXVIII. 20). S. auch Seuff. Arch. VII. 172, VIII. 52. 4. Die für diese
Meinung geltend gemachten Gründe sind jedoch nicht überzeugend. a. Was
die Argumentation aus der Natur der Sache angeht, so wird im Wesentlichen ¬
darauf abgestellt, daß der Principal die Verhaftung für die Schuld
seiner Gehülfen stillschweigend übernehme. Das ist eben die Frage. Enneccerus ¬
a. a. O. macht den Trugschluß: wer eine eigene Handlung verspricht, ¬
verspricht eine sorgfältige Handlung; also verspricht auch eine sorgfältige ¬
Handlung, wer eine fremde Handlung verspricht. Dawider: der Principal ¬
verspricht nicht eine fremde Handlung, sondern die Bewirkung einer
remden Handlung, also Sorgfalt in der Bewirkung. b. Man beruft sich aber
auch auf Quellenstellen. a. Die beweisendste ist l. 25 § 7 D. h. t. „Qui
columnam transportandam conduxit, si ea, dum tollitur aut portatur
aut reponitur, fracta sit, ita id periculum praestat, si qua ipsius eorumque, ¬
quorum opera uteretur, culpa acciderit; culpa autem abest, si omnia
facta sunt, quae diligentissimus quisque observaturus fuisset“. Es heitt
hier: „eorumque“ nicht „eorumre“; also wird culpa sowohl bei dem Unter
nehmer für erforderlich erklärt (culpa in eligendo), als bei dem Gehülfen.
Will man aber dieß auch nicht annehmen, also nicht annehmen, daß der Verfasser ¬
der Stelle die „culpa ipsius“ als culpa in eligendo gedacht habe (vgl.
auch l. 29 D. de V. S. 50. 16), so ist doch die andere Annahme vollkommen
erlaubt, daß er culpa in eligendo vorausgesetzt habe. Diese Annahme ist
nicht gewagter als sie es in 1. 20 § 2 D. de praescr. verb. 19. 5 ist, wo
sie durch 1. 10 § 1 l. 11 l. 20 D. commod. 13. 6 nothwendig gemacht wird
(a. M. Burchardi a. a. O. S. 85 fg.) In ähnlicher Weise drücken sich ungenau ¬
aus l. 12 § 1 D. commod. 13. 6 und l. 65 pr. D. de usufr. 7. 1
(pgl. l. 11 pr. D. h. t., l. 27 § 9. 11 D. ad leg. Aq. 9. 2). Vgl. Goldschmidt ¬
Zeitschr. für Handelsr. XVI S. 340 fg. 353 fg. 3. L. 40. 41 D.
h. t. Hier heißt es, daß, wer „mercedem accipit pro custodia alicuius rei“,
auch den von den bestellten custodes selbst angerichteten Schaden vergüten
müsse. Der Grund ist die durch den Vertrag übernommene gesteigerte Fürsorge. ¬
S. Note 2. y. L. 60 § 7 i. f. D. h. t.: — „illam quoque culpam
me tibi praestaturum aio, quod eum elegissem, qui eiusmodi damno te
afficeret“. Die culpa, von welcher hier die Rede ist, ist nicht die culpa des
gebrauchten Sclaven, sondern die des Vermiethers, also eben die culpa in
eligendo; unter culpa hier schuldlose Schuld, also Veranlassung zu verstehen
(vgl. 1. 7 § 4 D. nautae 4. 9, l. 5 § 6 D. de O. et A. 44. 7, l. 23 D. pro
soc. 17. 2), ist willkürlich. Vgl. auch l. 10 § 1 D. commod. 13. 6 in Ver¬