Volltext : ¬Das österreichische Erbrecht (600)

1.  Capitel.  Die  Gesammtnachfolge.
167
§.  40.
mischen  Inbegriff  von  Vermögensgegenständen,  in  Ansehung  deren  der  Vorerbe  nur
beschränkt  Herr  ist  (§.  613):  und  nimmt  man  denn  etwa  bei  dem  ususfructus  omnium ¬
  bonorum  (L.  29  D.  usufr.  7.  1.  L.  3  D.  de  usufr.  ear.  rer.  7.  5.
Arndts  Pand.  §.  181)  ein  dingliches  Recht  am  Vermögen  als  universitas  oder  ein
Vermögen  im  Vermögen  des  Berechtigten  an?  Wenn  sich  endlich  Schirmer  darauf
beruft,  daß  der  Erbeserbe  als  Erbe  des  ersten  Erblassers  gelte  (L.  3  D.  de  H.  P.
5.  3.  L.  7  §.  2  D.  de  A.  v.  O.  H.  29.  2.  L.  194  D.  de  R.  J.  L.  65.  70  pr.
L.  170  D.  de  V.  S.  L.  14  C.  de  her.  inst.  6.  24),  so  ist  dies  vollends  irrelevant:
denn  es  versteht  sich  ganz  von  selbst  und  hat  auf  die  rechtliche  Stellung  des  Erbvermögens ¬
  gar  keinen  Einfluß,  daß  der  Nachfolger  des  Nachfolgers  auch  der  Nachfolger ¬
  des  ersten  Vormanns  ist,  daher  sich  dies  denn  bei  der  Singularsuccession,
natürlich  nur  in  beschränkterem  Umfang,  gerade  so  verhält  wie  bei  der  Universalsuccession. ¬
  L.  3  D.  de  exc.  rei  vend.  21.  3.
3  L.  10  §.  2  D.  de  vulg.  subst.  28.  6.  Filio  impuberi  heredi  ex  asse
instituto  substitutus  quis  est,  exstitit  patri  filius  heres;  an  possit  substitutus ¬
  separare  hereditates,  ut  filii  habeat,  patris  non  habeat?  Non  potest,
sed  aut  utriusque  debet  hereditatem  habere  aut  neutrius:  juncta  enim  hereditas ¬
  coepit  esse.  Daher  bildet  nach  dem  Tode  des  Erben  dessen  ganzes  Vermögen
mit  Inbegriff  des  ererbten  Vermögens  eine  einzige  untrennbare  Erbschaft.  L.  7
§.  2  D.  de  A.  v.  O.  H.  29.  2.  In  omni  successione,  qui  ei  heres  exstitit,
qui  Titio  heres  fuit,  Titio  quoque  heres  videtur  esse  nec  potest  Titii  omittere ¬
  hereditatem.  L.  59  eod.  Qui  patri  heres  exstitit,  is  idem  filio  impuberi ¬
  substitutus  est,  non  potest  hereditatem  ejus  praetermittere.  Quod  sic
recipiendum  est,  etiam  si  vivo  pupillo  mortuus  erit,  deinde  pupillus  impubes ¬
  decesserit:  nam  is  qui  heres  exstiterit,  pupillo  quoque  heres  necessario ¬
  erit:  nam  si  ipsum  invitum  obligat,  conjungi  eam  paternae  hereditati
et  accrescendi  jure  adquiri  cuicunque  patris  heredi,  existimandum  est.
L.  28  D.  de  reb.  auct.  jud.  42.  5  (Anm.  8).
4  Der  Erbe  hat  die  ererbten  Sachen  und  Forderungen  auf  seinen  eigenen  Namen
und  kann  daher  intendiren:  rem  suam  esse,  decem  sibi  dari  oportere,  Gaj.  IV
34;  die  actio  legis  Aquiliae  wegen  des  nach  dem  Erbschaftsantritt  getödteten
Erbschaftssclaven  ipsius  (heredis)  propria  effecta  est,  nec  veniet  in  hereditatis
petitione  L.  36  §.  2  (cf.  L.  14)  D.  de  H.  P.  5.  3  und  ebenso  L.  1  §.  6  D.  de
injur.  47.  10  Quoties  autem  funeri  testatoris  vel  cadaveri  fit  injuria,  si
quidem  post  aditam  hereditatem  fiat,  dicendum  est  heredi  quodammodo
factam  ....  (vgl.  System  I  §.  27  Note  1).  Wenn  dennoch  zwischen  jus  hereditarium ¬
  und  jus  proprium  (L.  14  pr.  D.  ad  leg.  Falc.  35.  2.  L.  73  D.  de
evict.  21.  2),  zwischen  hereditario  nomine  (im  Namen  des  Erblassers)  und  suo
(proprio)  nomine  (im  eigenen  Namen)  agere  unterschieden  wird  (L.  10  D.  de
exc.  44.  1.  L.  93  pr.  D.  de  solut.  46.  3.  vgl.  §.  326  II  westgal.  Gesetzb.),  so
bedeutet  dies  nicht  etwa  den  Gegensatz  von  eigenem  und  fremdem  Recht  oder  Namen,
sondern  den  Unterschied  zwischem  ererbtem  und  sonstwie  erworbenem  (wohlerworbenem, ¬
  errungenem)  Gut  oder  Recht,  zwischen  Erbe  und  Eigen.  —  Über  die  Bedeutung ¬
  des  Ausdrucks:  hereditaria  actio  (erbschaftliche  Klage)  vgl.  Arndts  Beitr.
S.  57  Note  96  und  im  R.  L.  IV  S.  2  Note  12.
            
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