Von Vermächtnissen und Schenkungen Todes halber. 449
autem genere testamenti, sive id praetorio jure sivi civili
consistat, seu codicilli conscribantur, sive non scripta
voluntas ultima praetendatur, id volumus observari, ut
eodem die, quo coeptum quid eorum fuerit, ad perfectum
suipenitudine sortiatur, nihilque ejus in diem alferum
differatur; quodquidem nullam habeat firmitatem, nisi aut
septem aut quinque vel rogati vel qui fortuito venerint,
possint jure testimonium perhibere, videlicet ut post hanc
sanctionem divinis et liquescentibus apicibus, qui trium
testium numero sint contenti. Cl. Haubold, opusc. Tom. II.
praef. p. 151. und jetzt die Ausgabe des Codex Theodos.
von Häuel l. 1. cit. — Vgl. überhuapt Danz, de externa
codicillorum forma commentatio, Lips. 1835. und in der
Gießer Zeitschr. Band IX. Nr. 8, und Roßhirt, Verm. I.
S. 17 fgg.
Anm. I. Während das charakteristische Merkmal eines Testaments darin ¬
besteht, daß sich der Testator einen direkten Erben ernennt, ist
es umgekehrt ein gemeinschaftlicher Grundsatz für alle Arten von
Kodizillen, daß darin über direkte Universalsuccession keine Bestimmung
getroffen werden kann, so daß also darin weder eine Erbeinsetzung, ¬
noch auch eine Enterbung vorkommen kann, Gaj. II.
273. §. 2. J. h. t., 1. 10. h. t., l. 76. ad SC. Trebell. (36, 1),
l. 14. C. de testam. (6, 23), l. 2. 7. C. h. t. Daraus folgt
denn auch von selbst, daß auch einem pure eingesetzten Erben
keine Bedingung in einem Kodizill beigefügt, l. 6. pr. h. t., daß
darin kein Substitut ernannt, l. 6. cit., l. 7. C. cit., und keine
ungiltige Institution für giltig erklärt werden kann, l. 2. §. 4.
h. t. Doch aber soll eine solche Bestätigung einer ungiltigen Erbeinsetzung, ¬
und eben so auch eine in einem Kodizill angeordnete
Pupillarsubstitution in Folge einer benigna interpretatio wenigstens -
als Fideikommiß aufrecht erhalten werden, 1. 2. §. 4. cit.,
1. 76. ad SC. Trebell. (36, 1), und eben so darf auch der
Name des Erben in einem Kodizill angegeben werden, sofern dies
der Testator im Testamente sich vorbehalten hat, 1. 77. de hered.
inst. (28, 5), 1. 10. pr. de condit. instit. (28, 7), so wie denn
auch die in einem Kodizill vorkommende Erklärung, daß ein eingesetzter ¬
Erbe unwürdig sei, die Wirkung hat, daß dessen Portion
dem Fiskus zufällt, 1. 4. C. de his, quib. ut indign. (6, 35).