Full text : Grote, Claudia von: ¬Die Bedeutung der soziolinguistischen Kodes für die kommunikativen Fähigkeiten eines Sprechers

-  300  -Wenn -
  die  Kommunikationseffizienz  der  Paare  US-MS  und  MS-US
(N  =  24)  durch  eine  Erwartungshaltung  des  Senders  gegenüber  dem
sozialen  Status  des  Empfängers  verursacht  wird,  dann  muß  dieses
Ergebnis  durch  die  Enkodierungsleistung  des  Senders  determiniert
sein  und  nicht  durch  direkte  Eingriffe  des  Empfängers  in  die
Beschreibung
Eine  empirisch  sichere  Überprüfung  hierfür  stellen  die  Ergebnisse
der  Kommunikationseffizienz  der  Untergruppe  von  US-  und  MS-Sendern
dar  (N  =  8  pro  Gruppe),  die  unter  der  experimentellen  Feedback¬Vorgabe -
  I  die  Foto-  und  Figuren-Bilder  beschrieben  haben.  In
dieser  Experimentalsituation  hat  der  Empfänger  keine  Möglichkeit,
die  Beschreibung  zu  kommentieren.
Vergleichen  wir  die  Enkodierungsleistung  der  Sender  unter  der
Feedback-Vorgabe  I  (gemessen  durch  die  Aufgabenlösung  der  Erwachsenen)' -
  wiederholt  sich  das  Gesamtergebnis  bei  dieser  Teilgruppe.
In  Abhängigkeit  von  der  Schichtzugehörigkeit  der  Empfänger  variiert -
  die  Güte  der  Beschreibungen.  Allerdings  ist  dieses  Ergebnis
nur  in  der  Foto-Aufgabe  eindeutig  (vgl.  Tab.  34a).  In  der  Beschreibung -
  der  Figuren-Texte  (vgl.  Tab.  34b)  scheint  auf  den
ersten  Blick  das  Gesamtergebnis  determiniert  zu  sein  durch
die  direkten  Eingriffe  der  Empfänger  der  MS  (vgl.  Feedback-Vorgabe -
  II).  Wenn  auch  unter  der  Feedback-Vorgabe  I  nur  die  Sender
der  MS-MS-Teilgruppe  eindeutig  bessere  Beschreibungen  geben,  weist
dennoch  die  deutlich  geringere  Enkodierungsleistung  der  MS-Sender,
die  den  Empfängern  der  USdie  Bilder  beschreiben  müssen,  daraufhin,  daß
ein  Effekt  der  Erwartungshaltung  des  Senders  nach  sozialer  Schicht
des  Empfängers  wirksam  wird.
1
Die  Erwachsenen  haben  in  den  beiden  anderen  Feedback-Vorgaben
jeweils  den  die  Auswahl  determinierenden  Text  vorgelesen  bekommen, -
  das  heißt  unter  Feedback  II  den  letzten  Text  und
unter  Feedback  III  den  Beschreibungstext  inklusive  der  dialogischen -
  Interakte.  Obgleich  wir  nicht  ausschließen  können,  daß
unter  der  FB-Vorgabe  II  die  Beschränkung  auf  den  zweiten  Text
die  Auswahl  der  Erwachsenen  tendenziell  verbessern  oder  verschlechtern -
  kann  gegenüber  der  der  Kinder,  die  auch  noch  durch
erinnerbare  Informationen  aus  der  ersten  Beschreibung  beeinflußt -
  werden,  kann  dies  keinen  systematisch  verzerrenden  Effekt
haben:  weder  in  der  Richtung  noch  in  der  Geltung  für  die  verschiedenen -
  Schichtkombinationen  der  Paare.  Der  mögliche  Effekt
streut  nicht  nur  nach  oben  oder  unten  (Verbesserung  versus  Verschlechterung -
  der  Auswahl),  sondern  auch  über  die  Paarkombinationen. -

            
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