§. 389. Der Kauf.
458
Personen, die fremist ¬
nicht immer erlaubt.
Der Kaufvertrag
des Vermögen kraft Amtes verkaufen oder verwalten, ist es verEin ¬
gleiches Verbot gilt für
boten, an sich selbst zu verkaufen 14
den Pfandgläubiger 15
c. Verpflichtungen.
0.. Ueberhaupt.
§. 389.
Die Verpflichtungen aus dem Kaufvertrage stehen unter freiem
richterlichen Ermessen, dessen Grundlage auch hier neben den Verabredungen ¬
der Parteien die allgemeine und besondere Intention
des Geschäfts bildet!. Die Hauptpunkte sind folgende
1. Der Verkäufer ist verpflichtet, dafür zu sorgen, daß der
Käufer die Kaufsache habe?. Das heißt näher: in seinem Ver1. ¬
3 C. de jure emph. 4. 66. S. ferner l. 16 D. de reb. auct. iud. 42. 5
und 1. 60 D. de pact. 2. 14, l. 1 C. de metallar. 11. 6, und vgl. l. 14 C.
h. t. 4. 38. Seuff. Arch. XXII. 230.
14 L. 34 §. 7 D. h. t. 18. 1, l. 5 §. 2—4 D. de auct. 26. 8, l. 46
D. h. t. Regelsberger civilr. Erörterungen I S. 188, Römer Zeitschr.
R. 9, 378.
f. Handelsr. XIX S. 77 fg 84 fg. Seuff. Arch. XVIII. 222.20
15 L. 10 C. de distr. pign. 8. 28. — Das römische Recht verbot
außerdem Provinzialbeamten, während ihrer Amtsführung in ihrer Provinz
etwas Anderes zu kaufen, als Sachen des täglichen Bedürfnisses (l. 62 pr.
D. h. t. 18. 1, l. 6 §. ult. D. de off. procons. 1. 16, l. un. §. 2. 3 C.
de contr. iud. 1. 53). Ferner sollten Soldaten in der Provinz, in welcher
sie dienten, keine Grundstücke kaufen (l. 9 pr. D. de re militari 49. 16).
Diese Sätze des römischen Verwaltungsrechts sind heutzutage unanwendbar.
L. 3 D. de extr. cogn. 50. 13 enthält kein Verbot des Kaufes zwischen
Aerzten und Patienten, sondern erklärt den Kauf für ungültig, zu welchem
der Arzt den Patienten durch Mißbrauch seiner ärztlichen Gewalt bestimmt
habe (vgl. §. 404 Note 9).
Die actiones aus dem Kaufe sind actiones bonae fidei, §. 28 l. de
§. 389.
act. 4. 6, l. 11 §. 1 D. h. t. (de actionibus emti et venditi) 19. 1.
L. 11 §. 1 cit. „Et imprimis sciendum est, in hoc iudicio id demum
deduci, quod praestari convenit; cum enim sit bonae fidei iudicium,
nihil magis bonae fidei congruit, quam id praestari, quod inter contrahentes ¬
actum est. Quodsi nihil convenit, tunc ea praestabuntur, quae
naturaliter insunt huius judicii potestate“
1a S. außerdem noch z. B. l. 29. 30 D. de contr. emt. 18. 1, l. 2 C.
0
de A. E. V. 4. 49, und darüber Fitting Arch. f. civ. Pr. XLVII S. 287 fg.
225
XLVIII S. 308 fg. und die an letzterem Ort citirte Dissertation von Thilo.
2 Es ist schon öfter bemerkt worden (I §. 177 Note 1, II §. 321 Note
34