§ 86. Beschränkungen des Grundeigenthümers 2c.
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ist der Eigenthümer im Bauen bis an die Grenze unbeschränkt!)
Auch sind die ältern Bestimmungen für die Städte durch die neueren
Baupolizeiordnungen wohl ziemlich überall beseitigt.
4. Ebenso bestimmen auch nur einzelne Partikularrechte, daß
Bäume, Weinreben, Hecken, lebendige Zäune u. s. w. in gewisser Entfernung ¬
vom Nachbargrundstück zu halten sind's), oder daß ein
Brunnen nicht unmittelbar an der Grenze gegraben werden soll*).
5. Weiter verbieten einzelne Partikularrechte den sog. Neidbau,
17) Ueber Lübisches Recht v. Wilmowski S. 39 ff.; über Baiern Roth
§ 126 N. 2; Seuffert V. no. 107 (Kiel).
18) Kraut § 98 no. 7—9, Grimm R. A. S. 549, 550. — Grimm
Weisth. III. S. 28 a. E., 29, 41 § 15, 16, S. 47 § 59, 60, S. 48 § 75,
S. 137 § 19, S. 309 § 17, 19. — Salzb. Taid. S. 70 § 47 (Bäume nicht zu
nabe dem Feld des Andern, damit er ime sein traid . .. nit ertrenck).
Brünner Schöffenb. c. 208. — Aachener Stadtr. 17 § 2 (Lörsch S. 101).
Preuß. Landr. I. 8 § 173 f., Zür. G. B. § 583 ff., 592 f., Baier. Entw. III.
art. 197. — Mittermaier § 167 N. 13—17, Reyscher II. § 285 N. 5 ff.,
10 ff., Roth B. § 125 N. 24 ff., König Bern. Civilgesetze II. S. 110 ff.
Ueber das Hannover'sche Heckenrecht Strube Bed. V. no. 136, Hagemann ¬
Landwirthschaftsrecht § 167, Bülow und Hagemann I. no. 34 § 3,
Jenaer Urtheil v. 1764 bei Emminghaus S. 441 no. 4.
Nach sächsischem Recht besteht keine derartige Schranke, Emminghaus
S. 441 no. 7, Haubold § 191° N. d.
Ueber die Frage, wer als Eigenthümer eines Grenzzauns oder einer Brandzu ¬
unterhalten habe, vgl. die Zusammenstellungen bei
mauer gelie und sie daher
Emminghaus S. 435 ff., Bülow und Hagemann I. no. 34, Falck V.
S. 191, Baumeister I. S. 138 N. 6, Zachariä II. § 239, Roth B. § 120
S. 55, 64 ff., Dernburg § 215 N. 3. — Sachs. G. B. § 366—68, Zür. G. B.
§ 609, 10, Baier. Entw. III. 201, 203 ff. — Vgl. auch die Bestimmung des
roler Weisthums III. S. 57 Z. 4 ff.: bei Zäunen soll man die Dornen auf
dem seinigen haben.
13) Preuß. Landr. 1. 8 § 131: 3 Fuß von der Grenze. —
Zür. G. B.
§ 612: der Eigenthümer soll nicht durch Graben auf seinem Boden dem vorhandenen ¬
Brunnen eines Andern das nöthige Wasser entziehen; vergl. über
weitere schweiz. Cantonalrechte König Bern. Civilgess. II. S. 100 ff. und überdies ¬
Reyscher II. § 284. 4. — Sonst ist mir eine derartige Bestimmung nicht
bekannt, und auch das Pr. Landr. selbst sagt § 130, daß wenn in weiterer Enternung ¬
ein Brunnen gegraben und dadurch dem Nachbar sein Wasser entzogen
wird, dem Eigenthümer nicht gewehrt werden darf. Vgl. unten § 143 N. 55,
Erk. des Preuß. O. Trib. bei Hartmann Ztschr. III. S. 621 ff., des Reichsger. ¬
II. no. 98. — Vgl. auch L. I. § 12D. XXXIX 3, Brünner Schöffenb. c. 81,
Baier. Entw. III. art. 189, Werenberg S. 49 ff., König a. a. O. S. 98 ff.
Stobbe, Privatrecht. II. 2. Aufl.