Metadaten : Köppen, Karl Friedrich Albert: System des heutigen römischen Erbrechts

Erstes  Buch.  Zweites  Kapitel.
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jedenfalls  zukommen  muß.  Diesen  können  sie  deshalb  sofort
antreten  oder  repudiiren.  Wo  nämlich  die  Nachkömmlinge
von  blos  Einer  Mutter  zur  Erbfolge  berufen  sind,  nimmt
das  römische  Recht  eine  Drillingsgeburt  als  möglich  an  und
regulirt  danach  provisorisch  die  Delation:  für  den  venter
werden  also  drei  Erbportionen  zurückbehalten,  und  den  schon
geborenen  Erben  wird  der  Nachlaß  einstweilen  zu  den  sich
Ihr  in  Wahrheit
hiernach  ergebenden  Quoten  deferirt!7
umfassenderes  Erbrecht  kann  erst  auf  dem  Wege  der  Accrescenz ¬
  an  sie  gelangen,  wenn  demnächst  überhaupt  kein  postumus ¬
  zur  Welt  kommt,  oder  wenn  deren  weniger  als  drei
8);  inzwischen  wird  es  als  ein  den  nascituri
geboren  werden
17)  l.  3  D.  si  pars  hered.  pet.  (5.  4),  Paul.  lib.  17  ad  Plaut.
Anliqui  libero  ventri  ita  prospexerunt,  ut  in  tempus  nascendi  omnia  et
jura  integra  reservarent,  sicut  apparet  in  iure  hereditatum,  in  quibus  qui
post  eum  gradum  sunt  agnationis,  quo  est  id,  quod  in  utero  est,  non
admittuntur,  dum  incertum  est,  an  nasci  possit.  Ubi  autem  eodem
gradu  sunt  ceteri,  quo  et  venter,  tunc  quae  portio  in
suspenso  esse  debeat,  quaesierunt  ideo,  quia  non
poterant  scire,  quot  nasci  possunt;  nam  multa  de  liufusmodi ¬
  re  tam  varia  et  incredibilia  creduntur,  ut  fabulis  annumerentur
....  Prudentissime  juris  auctores  medietatem  quandam  secuti  sunt,
ut  quod  fieri  non  rarum  admodum  potest,  intuerentur,  id  est,  quia
fieri  poterat,  ut  tregemini  nascerentur,  quartam
partem  superstiti  filio  assignaverint  ...  Ideoque  et  si
unum  paritura  sit,  non  ex  parte  dimidia,  sed  ex  quarta  interim
heres  erit.
18)  1.  4  D.  eod.  Et  si  pauciores  fuerint  nati,  residuum  ei  pro
rata  accrescere;  si  plures  quam  tres,  decrescere  de  ea  parte,  ex  qua
heres  factus  est.  Dem  zuletzt  erwähnten  außergewöhnlichen  Falle
gegenüber  war  es  gerechtfertigt,  den  schon  vorhandenen  Erben  mehr
zu  berücksichtigen,  als  einen  solchen,  der  aller  Wahrscheinlichkeit  nach
niemals  existiren  wird;  für  diesen  thut  das  Recht  genug,  wenn  es
eine  eventuelle  Decrescenz  anordnet,  ohne  die  damit  für  ihn  verbundene ¬
  Gefahr  weiter  in  Anschlag  zu  bringen.
            
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