Volltext : Späing, Wilhelm: Französisches, belgisches und englisches Wechselrecht im Anschluß an die Allgemeine Deutsche Wechsel-Ordnung

160  Zweiter  Abschnitt.  Von  gezogenen  Wechseln.  Art.  49.
Art.  49.  „Der  Inhaber  eines  Mangels  Zahlung
protestirten  Wechsels  kann  die  Wechselklage  gegen  alle  Wechselverpflichtete ¬
  oder  auch  nur  gegen  Einige  oder  Einen  derselben
anstellen,  ohne  dadurch  seinen  Anspruch  gegen  die  nicht  in
Anspruch  genommenen  Verpflichteten  zu  verlieren.  Derselbe
ist  an  die  Reihenfolge')  der  Indossamente  nicht  gebunden.
Franz.  Cod.  com.  art.  164.  „Der  Inhaber  eines
Mangels  Zahlung  protestirten2)  Wechsels  kann  seine
Regrefsklage  anstellen:  entweder  gegen  den  Aussteller
des  Wechsels  und  jeden  Indossanten  einzeln  oder  gegen
die  Indossanten  und  den  Aussteller  gemeinschaftlich.
Ein  gleiches  Recht  hat  jeder  Indossant  in  Ansehung  des
Ausstellers  und  der  vorhergehenden  Indossanten.“
Art.  165.  „Nimmt  der  Inhaber  seinen  Regrefs  lediglich -
  gegen  seinen  Vormann,  so  muss  er  demselben  von
dem  Proteste  Nachricht  geben  und  bei  nicht  erfolgter
Befriedigung  ihn  gerichtlich  vorladen  lassen,  und  zwar,
*)  Dieser  springende  Regreß  bildet  einen  wesentlichen  Unterschied
zwischen  der  Uebertragung  durch  Indossament  und  einer  solchen  durch
gewöhnliche  Cession.
2)  Der  Inhaber  geht  seiner  Regreßklage  nicht  verlustig,  wenn  er
in  Folge  höherer  Gewalt  die  zur  Anstellung  derselben  erforderlichen
Voraussetzungen  nicht  erfüllen  konnte.  —  Alauzet  No.  1453.  „Au
Conseil  d'Etat  la  question  a  été  posée  et  vivement  discutée
à  propos  de  l’art.  164.  Le  Conseil  d’Etat  n’a  voulu  consacrer, -
  d’une  manière  formelle,  ni  le  système  qui  déchargeait -
  le  porteur  à  raison  de  tout  cas  fortuit,  ayant  empéché -
  ou  retardé  le  protêt,  ni  le  systeme  contraire  qui  le
rendait  responsable,  même  de  la  force  majeure:  „Une  disposition ¬
  formelle  est  inutile,  disait  l'archichancelier,  les  lois
ne  s'occupent  que  de  ce  qui  arrive  le  plus  communément.
Une  disposition  exclusive  serait  funeste;  elle  gênerait  la
conscience  des  juges.  Le  plus  sage  est  de  ne  rien  préjuger.
Cet  avis  a  prévalu;  et,  en  fait,  il  en  resulte  que,  sauf  l'appréciation ¬
  des  juges  sur  le  caractère  de  l’excuse  invoquée,
le  porteur,  conformément  au  droit  commun,  ne  répond  pas
de  la  force  majeure:  „Le  Conscil  arrête,  porte  le  procèsverbal, ¬
  que  la  discussion  sera  consignée  au  procès-verbal.
Il  arrête  aussi,  qu'afin  de  ne  pas  ouvrir  la  porte  aux  abus
en  liant  la  conscience  des  tribunaux  par  une  règle  trop
précise,  il  ne  sera  pas  inséré  dans  le  Code  de  commerce
de  disposition  sur  l’exception  de  la  force  majeure."
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer