Volltext : Arndts von Arnesberg, Karl Ludwig: Lehrbuch der Pandecten

606
des  Gatten*).  Sie  soll  dem  Manne  folgen;  dieser  hat  daher
gegen  jeden,  der  sie  zurückhält,  das  interdictum  de  uxore  exhibenda ¬
  ac  ducenda4).  Der  Mann  gilt  als  Beschützer  der  Frau;
er  wird  daher  in  Processen  als  deren  vermuthlicher  Bevollmächtigter ¬
  zugelassen*).  Beleidigungen  gegen  die  Frau  berechtigen
enem  Namen  zur  Injurienklagek).  Die
ei
auch  den  Mann  in
—
Innigkeit  des  ehelichen  Verhältnisses  schließt  ehrenrührige  und
Strafklagen  unter  den  Ehegatten  auss),  befreit  dieselben  vom
Zeugniß  gegeneinander*),  und  begründet  unter  ihnen  die  Rechtswohlthat ¬
  der  Competenzi).
Von  erheblicher  juristischer  Bedeutung  sind  die  Rechtsvorschriften ¬
  über  Eingehung  und  Endigung  der  Ehe.  Allein  in
dieser  Beziehung  ist  heutzutage  das  römische  Recht  nicht  mehr
entscheidend;  die  Lehre  davon  ist,  vom  Standpunkt  des  gemeinen
Rechts  angesehen,  wesentlich  eine  kirchenrechtliche.
Was  dagegen  den  Einfluß  der  Ehe  in  vermögensrechtlicher
Beziehung  betrifft,  so  sind  die  betreffenden  Grundsätze  des  römischen ¬
  Rechts  im  Ganzen  als  noch  heutzutage  geltendes  gemeines
Recht  anzusehen,  wenn  gleich  gerade  in  dieser  Lehre  tiefeingreifende ¬
  particularrechtliche  Abweichungen  besonders  häufig  vorkommen. ¬

Anm.  1)  Die  Römer  definiren:  Nuptiae  sunt  coniunctio  maris
et  feminae,  consortium  omnis  vitae,  divini  et  humani  iuris  communicatio ¬
  (L.  1.  D.  h.  t.  23.  2.),  coniunctio  individuam  vitae  consuetudinem ¬
  continens  (§.  1.  J.  1.  10.);  cf.  can.  3.  §.  1.  C.  27.  qu.  2.  Individua ¬
  vero  vitae  consuetudo  est,  talem  se  in  omnibus  exhibere  viro,
qualis  ipsa  sibi  est,  et  e  converso.  Die  affectio  maritalis,  das  honore
pleno  diligere,  unterscheidet  die  Ehe  von  dem  bei  den  Römern  auch  als
erlaubte  Geschlechtsverbindung  üblichen  Concubinat.  L.  3.  §.  1.  D.  de
donat.  int.  v.  et  u.  24.  1.  L.  31.  pr.  D.  de  donat.  39.  5.  L.  16.  §.  1.
D.  de  his  quae  ut  indign.  34.  9.  cf.  Dig.  de  concubinis.  25.  7.  Cod.
5.  26.
2)  Die  Grundsätze  des  heutigen  Rechts  über  die  Voraussetzungen  einer
c)  L.  13.  Cod.  de  dignit.  12.  1.  L.  22.  §.  1.  L.  38.  §.  3.  D.  ad
municip.  50.  1.  §.  40.  not.  c.  cf.  Vat.  fragm.  §.  104.  d)  L.  2.  D.
de  lib.  exhib.  43.  30.  L.  11.  Cod.  de  nupt.  5.  4.
e)  L.  21.  Cod.
de  procurat.  2.  13.  *)  L.  2.  D.  de  iniur.  47.  10.  §.  339.  not.  g.  8)
L.  2.  Cod.  rer.  amot.  5.  21.  L.  1.  in  f.  Cod.  de  iure  dot.  5.12.  b)  arg.  L.  10.
pr.  D.  de  grad.  38.  10.  *)  L.  20.  D.  de  re  iud.  42.  1.  §.  225.  Anm.  2.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer