Volltext : ¬Die Lehre von den unmöglichen Bedingungen (20)

Anwend.  der  allg.  Best.  auf  neg.  mortis  causa  etc.  303
tabulis  testamenti  sui  heredem  a  se  scriptum  ostenderit,
probaveritque,  heres  esto.  Quod  in  sententiam  Senatusconsulti ¬
  incidere  non  est  dubium.
Dieser  Widerspruch  erscheint  besonders  deutlich,  wenn  man
mit  kr.  1.  i.  f.  u.  fr.  71.  §.  1.  cit.  den  Ausspruch  des  Labeo
und  Pomponius  verbindet  in
fr.  29.  D.  de  heredib.  inst.  (28,  5.)  (POMPONIUS  Lib.  5.
ad  Sabinum.)
verb.:  Labeo  scribit,  si  ita  scriptum  sit:  Titius  et  Sejus, ¬
  quanta  quisque  eorum  ex  parte  heredem  me  habuerit ¬
  scriptum,  heres  mihi  esto,  nisi  omnes  habeant  scriptum ¬
  heredem  testatorem,  neutrum  heredein  esse  posse:
quoniam  ad  omnium  factum  sermo  refertur:  in  quo  puto
testatoris  mentem  respiciendam.  Sed  humanius  est,  cum
quidem,  qui  testatorem  suum  heredem  scripserit,  in  tantam ¬
  partem  ei  heredem  fore:  qui  autem  eum  non  scripserit, ¬
  nec  ad  hereditatem  ejus  admitti.
In  den  beiden  ersten  Gesetzesstellen  fr.  1.  i.  f..  u.  fr.  71.
§.  1.  eitt.  heißt  es:  Qua  ex  parte  me  Titius  heredem  scriptum ¬
  recitaverit  oder  ostenderit  probaveritque  —  und  die
ganze  Disposition  wird  als  ungültig  verworfen;  in  dem
zweiten  Gesetze  (kr.  29.  cit.)  lauten  die  Worte:  quanta  quisque ¬
  ex  parte  heredem  me  habuerit  scriptum  —  und  hier
soll  die  ganze  Disposition  gültig  seyn.
Doch  lassen  sich  diese  widerstreitenden  Gesetze  wohl  dadurch ¬
  vereinigen,  daß  man  in  den  beiden  ersten  den  Ausdruck
„recitaverit“  „ostenderit  probaveritque“  als  das  tempus  futurum ¬
  exactum  annimmt*),  welches  zwar  auf  eine  Vergangenheit ¬
  sich  bezieht,  aber  auf  eine  solche,  die  erst  in  der  Zukunft =
  als  vergangen  gedacht  wird;  während  man  die  Worte
1)  Das  geht  auch  namentlich  daraus  deutlich  hervor,  daß  in  dem  kr.
71.  pr.  D.  de  hered.  inst.,  also  unmittelbar  vor  dem  §.  1.  dieses
Gesetzes,  die  Disposition  „qua  ex  parte  Titius  me  heredem  instituit“ -
  für  gültig  erklärt  wird,  aus  dem  Grunde:  quia  in  praeteritum, ¬
  non  in  futurum  collata  est  institutio:  worauf  als  Gegensatz ¬
  im  §.  1.  die  Disposition  folgt:  Titius  si  —  ostenderit
probaveritque  elc.
            
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