Th. I. B. I. Abth. II. Abschn. I. von der Ehe. §. 55. 51
Die unter andern auch dem Eherechte bestimmte vierte Abtheilung des
zweiten Theiles von Carl Glieb. Webers system. Darstellung des im Königreiche ¬
Sachsen geltenden Kirchenrechts (Th. I. Abth. 1. Leipzig 1818.
Abth. 2. ib. 1819. Th. II. Abth. 1. ib. 1825. Abth. 2. ib. 1828.) ist noch
nicht erschienen.
Erstes Kapitel.
Von Schließung der Ehe.
§. 55.
Die wichtigsten Gesetze sind: 1) Die Kirchenordnung v. 1. Jan.
1580. im Abschnitte von Ehesachen (C. A. I. 536—543.); 2) die
Eheordnung vom 10. Aug. 1624. (ib. 1019—1030.)*); 3) das
Regulativ wegen des Aufgebotes und der Trauung v. 15. Jan. 1808.
(III. C. C. A. I. 164.); 4) Mandat das frühzeitige Heirathen der
jungen Mannspersonen und deren Ehegelöbnisse betreffend vom 20.
Sept. 1826. (G. S. v. J. 1826. St. 21. Num. 34. S. 217. ff.):
5) Mand. die Ehen der Handwerksgesellen und Ausländer betreffend
v. 10. Oct. 1826. (ibid. St. 23. Num. 39. S. 231.); 6) Mand.
die Ausübung der katholisch=geistlichen Gerichtsbarkeit betreffend v.
19. Febr. 1827. §. 37. bis 51. (G. S. v. 1827. St. 3. Num. 6.
S. 21.ff.) In allen wird die Ehe als kirchliche Angelegenheit behandelt. ¬
Daher gehören auch Ehesachen ausschließungsweise zur Competenz ¬
der geistlichen Gerichtsbarkeit
a) Abr. Kaestner Adnotationes in loannis Georgii I. Ordinationem matrimonialem. ¬
Lips. 1743. 4.
b) Erled. der Landesgebr. vom J. 1609. Rubr. von Consistorialsachen §. 7.
(C. A. 1.171.) dergl. v. J. 1661. Tit. von Consistorialsachen §. 7. (ib. 200.)
1. Merkwürdig für die Geschichte der Gesetzgebung in Ehesachen sind:
Mart. Luther von Ehesachen. Wittenb. 1540. 4. und in Dessen Schriften; ¬
und die „Matrimonialia“ in zwei Abtheilungen (von Ehegelöbnissen
und von Ehescheidungen), zwischen dem ersten und zweiten Theile der Wittenbergischen ¬
Bedenken f. 1 - 25. im ersten Bande der Consultationum Constitutionum ¬
Saxonicarum nach der Originalausgabe, und als Liber II. in
der Friderischen p. 289 -318.
2. Verschiedene Ansichten des Einflusses, welchen das kanonische Recht
auf das protestantische, besonders auf das Sächsische Eherecht gehabt hat,
findet man in lo. Sam. Stryk, Resp. lo. Phil. Odelem, Diss. de re-