Metadaten : Gewerbfreiheit für Nürnberg

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Die  Gewerbfreiheit.
Die  Gewerbfreiheit.
Bei  der  Gewerbfreiheit  kann  jeder  das  Gewerbe  betreiben, ¬
  zu  dem  ihn  Neigung,  Befähigung  oder  günstige
Zeitumstände  veranlassen.  Schon  der  einfache  Arbeiter
wird  in  dieser  Voraussicht  geschikter,  fleißiger,  mäßiger, ¬
  sparsamer.  Er  weiß  daß,  sobald  er  das  für  einen
selbstständigen  Gewerbbetrieb  erforderliche  —  hier  nur  geringe ¬
  —  Kapital  erworben  hat,  feiner  Niederlassung  als  Meister ¬
  nichts  entgegensteht  --  und  jeder  der  nur  die  geringste
Anlage  zu  Sparsamkeit,  Ordnungsliebe  und  guten  Sitten
hat  —  spart  daher.  *)  Er  eilt  aber  eben  deshalb  nicht  mit
der  Niederlassung,  da  er  weiß,  daß  dieser  zu  keiner  Zeit  etwas
im  Wege  steht,  und  daher  gibt  es,  troz  der  Freiheit,  weniger
unzeitige  und  unpassende  Niederlassungen.
Er  hat  nicht  nöthig  die  seine  Thätigkeit  natürlicher  weise
*)  Seit  Einführung  der  Gewerbfreiheit  hat  der  achte  Einwohner
von  Paris  Geld  in  der  Sparkasse,  haben  die  unehligen  Gedurten ¬
  um  28  Procent  abgenommen,  gieng  die  Zal  der  Findelkinder, ¬
  die  in  den  lezten  10  Jahren  des  Zunftwesens  6—7  Proz.
war,  auf  4  Proz.  herab.  Seit  Einführung  der  Gewerbfreiheit
sind  in  Berlin  weniger  Vergehen  von  Gewerbsleuten  vorgekommen,
als  früher,  und  die  Zal  der  verhafteten  Gesellen  hat  troz  der  sehr
gestiegenen  Gesellenzal  nicht  zugenommen.  In  Paris,  wo  die  Liederlichen ¬
  zweier  Welttheile  zusammenströmen,  betragen  die  unehelichen =
  Geburten  33  Proz.;  in  Nürnberg,  das  keine  Weltstadt  ist,
findet  man  im  Anzeigblatt  vom  20.  July  12  unehelige  und  5  ehelige ¬
  Geburten,  in  dem  von  17.  August  8  uneheliche  und  10  ehelige; ¬
  in  dem  von  25.  August  9  unehelige  und  16  ehelige.  Man
halte  aber  deshalb  nicht  die  Sitten  für  schlecht,  denn  die  Mehrzal
dieser  unehelichen  Kinder  rührt  von  solchen  her,  die  troz  der  1000
Abschläge  per  Jahr  sich  als  verheirathet  betrachten.  Die  Mehrzahl =
  dieser  uneheligen  Kinder  wären  ehelig,  wenn  nicht  seit  Jahren
16000  Gesuche  um  Ansässigmachung  abgewiesen  worden  wären.
            
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