Metadaten : Leupold, Jakob: Theatrum machinarum generale

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Cap.XX.  von  Wasser=Rädern.  Tab.LXI.
in  gantz  Teutschland  dergleichen  nicht.  Die  völlge  Struckur  einer  solchen  Mühle  ist  in  oben
angezogenen  Mühlen=Buch  zu  finden;  nur  wird  die  höltzerne  Schraube,  die  Herr  Sturm
unter  das  Wasser=Rad  gesetzet,  und  von  der  Naͤsse  nicht  kan  befreyet  bleiben,  müssen  geändert
werden,  welches  leichte  zu  thun  ist,  entweder  mit  Keilen  oder  daß  man  einen  Arm  von  den  Untersatz =
  uͤber  das  Rad  hinaufgehen  laͤsset,  und  alsdenn  mit  einer  Schraube,  wie  kuͤnfftig  bey  den
Mühlen  zeigen  will,  anbringet.
§.  549.
Nechst  diesen  findet  man  auch
Horizontal-Räder,  die  in  einem  fliessenden  Strohm
eingesetzet  werden,
dergleichen  Bessonius  in  Tbeatro  Machinarum  Tab.  46.  hat.  Ich  habe  solche  hier
Figura  III.  Tab.  LXVI.  gezeichnet.  A  ist  eine  Scheibe  von  starcken  Holtz,  in  solcher
sind  unterschiedliche  Arme,  als  B  feste,  und  am  Ende  dieser  hangen  viereckigte  höltzerne  Tafeln =
  perpendicular,  doch  so,  daß  sie  sich  nur  von  der  einen  Seite  aufheben  lassen,  darum  die
Bande  oder  Charnier  auf  der  Seite  angemachet  sind,  wie  solches  bey  cc  zu  sehen;  wenn
nun  solch  Rad  in  einem  Fluß  angehaͤnget  wird,  so  stoͤsset  es  das  Wasser  auf  der  einen  Seite  in
D  fort,  aber  in  E  hebet  es  die  Breter  auf,  und  lauffet  darunter  weg,  wie  die  zwey  Schauffeln =
  Figura  V.  zu  sehen,  da  Fhorizonral  stehet,  G  aber  perpendicular  haͤnget.
Weil  ich  aber  besorge,  wenn  das  Holtz  die  Wasser=Schwehre  bekommet,  daß  es  sich  hernach
nicht  so  leichte  mehr  aufheben  wird,  so  habe  Fig.  VI.  eine  andere  Invention  gewiesen,  die
in  diesem  Stuͤck  besser  seyn  duͤrffte
Es  sind  erstlich  zweysolche  Scheiben  A  B  mit  ihren  Armen  G  H  wie  in  voriger
Figur,  und  an  der  Welle  in  solcher  Weite  voneinander  feste  gemachet,  als  man  die  Schauffeln =
  oder  Breter  hoch  haben  will,  und  es  auch  die  Tieffe  des  Wassers  leidet,  aussen  her  werden
die  Arme  gleichfalls  mit  viereckigten  Hoͤltzern  a  b  zusammen  befestiget,  und  endlich  Breter
c  unten  und  oben  mit  Zapffen  versehen,  am  Ende  der  Arme  in  eiserne  Ringe  oder  Löcher  eingehangen, =
  daß  sie  darinnen  wie  eine  Thür  auf=  und  zu  gehen  können.  Die  beyden  Thüren
oder  Breter  C  C  sindzu,  aber  D  E  und  Faufgethan.  Dieses  Rad  kan  tieff  im  Wasser =
  stehen,  es  wachse  oder  nehme  ab,  und  im  tieffen  Wasser,  wegen  seiner  langen  Flügel  oder
Breter,  grosse  Gewalt  thun,  absonderlich  wenn  das  Wasser  auf  dieser  Seite  nicht  weichen
kan.  Die  Bewegung  geschiehet  wenn  das  Wasser  von  G  gegen  H  fliesset,  so  sind  die
Flügel  C  zu,  die  andern  als  DEFG  gehen  von  sich  selbst  auf,  und  auf  der  andern
Seite  wieder  zu,  und  hindert  nichts  die  Flugel  seyn  schwer  oder  leichte,  als  was  die  Friction
in  Zapffen  ist.
§.  550.
Noch  eine  andere  Art  der  horizontalen  Raͤder
zeiget  Fig.  VII.  und  VIII.  welche  bey  dem  Remellio  Fig.  16.  zu  finden.
Die  gantze  Structur  bestehet  aus  einer  Scheibe  mit  Schauffeln  oder  Fluͤgeln,  die  etwas  krumm
gebogen,  wie  die  Figur  weiset.  Der  Gebrauch  ist  Figura  VIII.  da  a  b  ein  Canal  oder
Bach  ist,  in  solchen  wird  eine  Circkel=weite  Oeffnung  ausgearbeitet,  daß  das  Rad  genugsamen
Platz  darinnen  hat,  und  das  Rad  hinein  gestellet,  daß  es  mit  den  Rand  a  d  und  bey  h  meist
anlieget.  Bey  e  mag  es  Platz  haben  so  vieles  kan,  bey  cd  ist  der  Ausfluß  des  Wassers,
welcher  aber  um  die  Helffte  oder  vielmehr  weiter  seyn  muß,  damit  das  Wasser  gerne  weichet.
Ich  halte  davor,  daß  es  besser  wäͤre,  wenn  von  der  Linie  f  g.  an,  es  einen  kleinen  jählingen
Fall  hätte,  so  könte  das  Wasser  besser  weichen,  und  dem  Rad  Platz  machen,  daß  es  nicht  so  im
Pars  Generalis.
WasGgg =

            
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