Metadaten : Köhler, Helmut: ¬Der relative Schul- und Hochschulbesuch in der Bundesrepublik Deutschland 1952 bis 1975

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Der  Beitrag  demografischer  Faktoren  zur  Entwicklung
der  Schüler-  und  Studentenzahlen  seit  1960
3.4.1  Die  Isolierung  demografischer  Faktoren
Wie  bereits  bei  der  Darstellung  der  Entwicklung  der  Schülerund -
  Studentenzahlen  erwähnt,  bestimmen  einerseits  demografische
Trends  und  zum  anderen  bildungspolitische  Faktoren  und  Verhaltensänderungen -
  der  betroffenen  Personen  sowohl  den  Umfang  als
auch  die  Verteilung  der  Population,  die  sich  im  Bildungssystem
befindet.  Das  Konzept  des  relativen  Schulbesuchs  wurde  entwickelt, -
  um  demografische  Einflüsse  auf  die  Entwicklung  der
Schüler-  und  Studentenzahlen  durch  die  Wahl  geeigneter  Bezugsgrößen -
  auszuschalten  und  damit  die  bildungspolitische  Komponente
und  Auswirkungen  von  Verhaltensänderungen  im  Zeitvergleich
deutlich  und  ohne  demografisch  bedingte  Verzerrung  sichtbar
zu  machen.
Wenn  heute  vom  "Schülerberg"  die  Rede  ist,  so  wird  dieser  Begriff -
  überwiegend  demografisch  gedeutet.  Aber  mit  Hilfe  der  absoluten -
  Zahlen  ist  noch  keine  Aussage  darüber  möglich,  durch
welche  Faktoren  die  Erhöhung  der  Schülerzahl  bedingt  ist.  Wir
wollen  daher  die  oben  behandelte  Fragestellung  -  wie  hätte  die
Entwicklung  ohne  demografische  Einflüsse  ausgesehen  -  umkehren
und  fragen,  welche  Entwicklung  der  Schüler-  und  Studentenbestände -
  ohne  die  Veränderung  der  übrigen  Faktoren  -  also  lediglich -
  aufgrund  der  demografischen  Entwicklung  -  zu  erwarten  gewesen -
  wäre.  Wir  nutzen  dabei  das  Konzept  des  relativen  Schulbesuchs -
  in  der  Weise,  daß  wir  die  Werte  eines  Basisjahres
konstant  halten  -  zum  Beispiel  auf  dem  Stand  von  1960  -  und
dann  diese  konstanten  R-Werte  auf  die  altersspezifische  Wohnbevölkerung -
  der  folgenden  Jahre  anwenden,  wie  wir  sie  in  der
jährlichen  Bevölkerungsfortschreibung  vorfinden.  Die  Summe  der
sich  so  für  die  einzelnen  Geburtsjahrgänge  ergebenden  Schülerzahlen -
  für  eine  Schulart  gibt  an,  wie  groß  die  Schülerzahl  in
dem  betreffenden  Jahr  gewesen  wäre,  wenn  sich  der  relative
Schulbesuch  seit  dem  Basisjahr  nicht  verändert  hätte,  das  heißt
also,  wenn  allein  die  demografischen  Faktoren  wirksam  geworden
wären.
            
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