Nördlingen, § 27-30, b.
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rechten geswistergit von baiden banden das erb folgen solt, Actum Mitich nach sant felitzen
tag Anno Dom. Meccclxxxxvij.
§ 27. Wittib Recht 1390.
Wann ein man von tod abgeet, wie dem die frawe mit den kinden, sie sey ir styefmuter ¬
oder rechte muter, teylen sol. Es hand die burger gemainlich dez rautz gesetzt und
sind zu raut wurden, wann fürbaz mer ain unser burger von tod abgat und der ain
elich huffrauen und kind lat, ains oder mer, wann si danne daz erb mit ainander dar
nach tailen wollen, so sol derselben kind muter, sie sie ir stiefmuter oder ir rechten muter,
von demselben erb voruzz werden daz best bett, ein phulwe, ain küssi, zwai lilach und
ain decklach oder ain golter,*) daz ongevarlich zu demselben bett gehöret,2) darzu sol ir
vor uzz werden alles ir geschnites gewand an schlair und ein vingerlah.3) Auch sol ir vor
uzz werden ain kist, ain kesbor,*) ain drifuz und ain handkessel, ain phann; und was
dez übrigen ist, das sollen sie gelich mitainander erben und tailen, es si ligend oder varend
gut, daz ainem als vil werden sol als dem andern ane geverd. Actum in die sancti
Mathie anno dom. Mecelxxxx."
§ 28. 1495. Das geschwistergitkind ainander erben vor ainer anfrauen.
Anno Meccclxxxxy kam vom land herein ain rechtlicher handel, der war also, ain
kind starb, das ließ ain anfrau und von vater und muter (d. h. von beiden Banden)
geschwistergit kind; den handel sendet man gen Rotwil, da werd ein urtel hergeschickt
und von aim erbern Rede zugelassen, also lutet: Nach allem fürtragen erkennen wir zurecht, ¬
die weil NN mit glicher sippschaft ainander verwandt, das dann denß. kindern solh
erb glich zugehör und das die alt schmidin die anfrau daran kain gerechtigkeit hab. Actum
Dornstags nach Oculi.
§ 29. 1400. Von Heyrath.°)
Die burgermaister und der rat hand gesatzt, wo in fürbes zwey im elichen sachen
nach unser statreht zusamen komen und daz derselben ains in jars frist von tod abgat
an lipz erben, so sol daz selb gut und heimstur, es sey gelt, husrat oder ander gut desselben ¬
frunden, daz davon tod abgangen ist, glich halbz wider heimgan (1522 wider
hinder sich) und werden an allermenglichz irrung und widerred (1522 ausgenommen wie
obsteet klaider, klaineter, geschmuck und gebend, das soll beliben ehegemecht zu verteilen
nit schuldig sein. Actum in versamletem Rat. Diese Beschränkung „ward nit geöffent,
sonder ferner in bedacht gestelt.)
§ 30. 1410. So zway eegemecht mit geding zusamen komen und nit kind oder
geschwistergit haben. Item an montag vor ascencionis anno dom. Meccc decimo hat der
rat erkennet, welch man und frau zu Nordlingen an elich sache mit gedingde czesamen
komen und die nit kinde miteinander habent und weder brüder noch swester habent, die
mogen daz selb gedingde vor rat widerrufen und fürbaz sitzen nach der statrecht zu Nordlingen, ¬
uf einander ze erben. (Erneuert 1414.)
§ 30, b. Von Erbrecht. 1490.
Hans Bopfinger hat vor rat clagt, er hab sich gehirat zu des Wanners tochter
in sein leben.") Als der tod sy, hab sein swiger etlich kind ausgestürt und ir hand auf*) ¬
Golter = Bettdecke, namentlich abgenäht. 2) Vgl. 1276 Augsburg Frbz.
RA. 92. 3) Ring. ½ Käsbohrer? Käsebahre? wohl Kästbahre d. h. Tragbahre, SchmelFortlaufende ¬
Nachträge, Urtheile von Rotwil 1395, 1399 folgen.
ler II, 339, I, 189.
6) Vgl. Arnold I, S. 475, ähnlich 1522. *) Bei Lebzeiten des Wanner.
LICICRNYVI
SDERC