Metadaten : Reimarus, Hermann Samuel: Allgemeine Betrachtungen über die Triebe der Thiere, hauptsächlich über ihre Kunsttriebe

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von  den  Kunst=Trteben.
a  sen  der  Thiere  sehr  von  einander  unterschieden, ¬
  weil  die  Seelen  selbst  verschiedener  Art
sind;  und  eines  jeden  Körper  ist  zu  den  Neigungen =
  und  Fähigkeiten  der  Seele  eingerichtet. ¬
  Der  Löwe  hat,  als  ein  mächtiges
und  freches  Thier/  starke  Zähne  und  Klauen,
der  Stier  hat  seine  Hörner,  der  Eber
seine  Hauer  von  der  Natur  zu  Waffen  bekommen. =
  Hingegen  haben  Hirsch  und  Hase, =
  als  furchtsame  Thiere,  zwar  einen  zur  Flucht
geschickten  Leib,  aber  sie  sind  wehr=  und
waffenlos.  Kein  furchtsames  Thier  ist  von
der  Natur  mit  Waffen  versehen,  noch  irgend
ein  freches  und  streitbares  Thier  von  denselben =
  entblösset.  Dem  Menschen  aber  hat  sie,
weil  er  weise  ist,  und  allein  unter  allen  Thieren =
  des  Erdbodens  was  göttliches  an  sich  hat,
statt  aller  Wehre  und  Waffen,  Hände  gegeben; =
  ein  Werkzeug,  das  zu  allen  Künsten
nöhtig  und  im  Kriege  und  Frieden  dienlich
ist.  Daher  braucht  er  kein  Huf,  Horn  oder
Zahn,  sondern  kann  sich  mit  der  Hand,
Schuhe,  Panzer,  Spieß  und  Pfeile,  Hauser =
  und  Mauren  bereiten,  Kleider  weben,
Netze  stricken,  und  auf  solche  Art  nicht  allein
über  die  Land=Thiere,  sondern  auch  die,  so  im
Wasser  und  in  der  Luft  sind,  Herr  werden.
Mit  diesen  schreibt  er  im  Frieden  und  in  der
Gesellschaft  Gesetze,  richtet  den  Göttern  Altäre =
  und  Bildsäulen  auf,  verfertiget  Schiffe
Flöhten,  Leyern,  Messer,  Zangen  und  andere =

            
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