§. 46. V. Haupt- u. Nebensache. Pertinenz. Frucht.
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summae sunt, doch mit der Voraussetzung, dass diese verchiedenen species
oder summae bei der Stipulation wirklich als getrennte Leistungen gedacht
und auch in Worten unterschieden seien.23
§. 46.
V. Haupt- und Nebensache. Pertinenz. Frucht.
Dig. de usuris et fructibus et caussis et omnibus accessionibus et mora (22, 1.)
Gesterding v. d. Pertinenzen, in s. Irrthümer No. 10. Funke von den Pertinenzen. Chemnitz 1827.
F. W. de Reden De accessionibus praecipue fundi Romani ductu legis V. D. de instructo, accedente
comparatione cum pertinentiis castri Germanici. Gottingae 1823. Strube Rechtl. Bedenken N. 220.
Wächter Zur Lehre von den Früchten einer Sache, in s. Erört. N. 3. G. E. Heimbach die Lehre von
der Frucht. Leipzig 1843. Jhering In wie weit muss der, welcher eine Sache zu leisten hat, den mit ihr
gemachten Gewinn herausgeben? in s. Abh. N. 1. Arndts §. 54. f. Böcking §§. 78. f. 81. (Grdr.
§§. 59. f. 63.) Brinz §. 51. Glück II, §. 173. VIII, §. 590. XVI, §. 983. Göschen §.79.f. Kierulff
§. 13. Mühlenbruch §§. 225—28. Puchta §. 37. Schilling §§. 64—66. Sintenis §. 41.
Der Begriff von Hauptsache und Nebensache ist ein durchaus relativer,
und das Verhältniss bleibt bei Rechtsgeschäften dem Willen untergeordnet.
So kann man sich Stall- und Waschgebäude, Hof und Garten bei einem städtischen ¬
Grundstücke als Nebensache des Wohnhauses denken, während man
ein praedium rusticum oder fundus schon viel weniger in solchem Verhältniss
zur uilla denkt. Zaum und Sattel als Nebensache bei dem Pferde, Zinsen
als Nebensache von dem Capital u. s. w. Häufig wird nach dem Sinne von
Rechtsgeschäften die Nebensache dem rechtlichen Schicksal der Hauptsache
folgen, ohne dass der Satz accessorium sequitur principale irgend eine absolute
Geltung erhielte, indem dessen Anwendbarkeit stets durch specielle oder gar
individuelle Verhältnisse bedingt ist. Das ist gerade der wesentliche Unterschied ¬
dieses Begriffes von dem des eigentlichen Theiles, dessen Schicksal
wirklich durch das Schicksal des Ganzen von selbst und mit Nothwendigkeit
bestimmt wird. Beide sind geschieden durch das Merkmal der Cohäsion, welche
freilich auch wieder ihre grossen Abstufungen hat.
Unter Pertinenz oder Zubehörde versteht man vorzugsweise eine selbstständige ¬
bewegliche Sache, welche zum selbstständigen Gebrauche in und mit
einer individuellen unbeweglichen Sache bestimmt ist, und sich zu diesem Behufe ¬
auf oder in derselben befindet. Auch diese sollen nach der Ansicht der
23 l. 29. pr. de v. o. (45, 1.) [Ulp.): Scire dequoque ¬
legatorum constat unam esse, quamuis
bemus, in stipulationibus tot esse stipulationes,
plura corpora sint, uel plura legata; sed et faquot ¬
summae sunt, totque esse stipulationes,
miliae, uel omnium seruorum stipulatio una
quot species sunt. Secundum quod euenit, ut
est; itemque quadrigae aut lecticariorum stimixta ¬
una summa, uel specie, quae non fuit in
pulatio una est; at si quis illud et illud stipraecedenti ¬
stipulatione, non fiat nouatio; sed
pulatus sit, tot stipulationes sunt, quot corefficit, ¬
duas esse stipulationes. Quamuis autem
pora. Vgl. l. 86. l. 134. §. 3. l. 133. eod. l. 32.
placuerit, tot esse stipulationes, quot summae
pr. de euict. (21, 2.) l. 18. ra. r. ha. (46, 8.)
totque esse stipulationes, quotres, tamen si pe
Diese Regel mit ihren näheren Bestimmuncuniam -
quis, quae in conspectu est, stipulatus
gen hat ihre Wirksamkeit für die Theilung der
sit, uel aceruum pecuniae, non tot sint stipula
Klagen, Consumtion (vgl. v. Keller Civ. Pr.
tiones, quot numorum corpora, sed una stipu§. ¬
44.) und in anderer Richtung, s. z. B. 1. 29.
latio; nam per singulos denarios singulas esse
pr. cit.
stipulationes, absurdum est. Stipulationem
1 l. 19. §. 3. de auro (34, 2.)